Junge Europäer leben lange zu Hause

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Jeder zweite Mann lebte 2008 laut Eurostat im Hotel Mama.

Luxemburg - Junge Leute in Europa lieben das “Hotel Mama“: Jeder zweite Mann und mehr als jede dritte volljährige Frau bis 34 Jahre wohnten 2008 noch zu Hause bei den Eltern.

Das teilte das Europäische Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mit. Bei jungen Studenten, Schülern und Auszubildenden bis 25 Jahre ist der Anteil besonders hoch - drei Viertel von ihnen leben noch unter dem Dach der Eltern. Danach geht die Zahl deutlich zurück, aber auch in der Altersgruppe bis 34 Jahre ist es immerhin noch jeder vierte. Deutschland liegt etwas unter dem EU-Durchschnitt. Dabei gibt es einen klaren Unterschied zwischen den Geschlechtern. Junge Frauen ziehen früher von zu Hause aus und leben viel häufiger in einer festen Partnerschaft als gleichaltrige Männer.

In Deutschland sind in der Altersgruppe bis 25 Jahre noch 47 Prozent der Männer im Elternhaus - deutlich mehr als bei den Frauen mit 33 Prozent. Je älter, desto größer wird die Kluft: Im Alter zwischen 25 und 34 Jahren sind noch 18,7 Prozent der jungen Männer “Nesthocker“ - mehr als doppelt so viele wie bei den Frauen. Auffallend lange bleiben junge Erwachsene in Osteuropa im “Hotel Mama“ wohnen, vor allem in Slowenien, der Slowakei sowie Rumänien.

Experten nennen Geldmangel als häufigste Ursache für den aufgeschobenen Auszug aus dem Elternhaus. Am frühesten verlassen in den skandinavischen Staaten Dänemark, Finnland und Schweden Jugendliche das Haus. Frauen binden sich früher als Männer. Im Alter von 18 bis 24 Jahren sind bereits knapp die Hälfte aller Frauen in der EU verheiratet oder leben mit einem Partner zusammen - bei den Männer sind es nur 36 Prozent.

dpa

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