Kölle Alaaf: Die Jecken und Herr Berlusconi

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Anspielung auf Berlusconis Sex-Eskapaden: Der Kopf des 73-Jährigen schwimmt in einem Meer von Frauenbrüsten, die mit Namen wie Gina oder Gundula versehen sind.

Köln - Silvio Berlusconis Sex-Eskapaden, die Kopenhagener Klimakonferenz als sinkendes Schiff und ein Atombomben-Zündler namens Ahmadinedschad - Der Kölner Rosenmonagszug nahm dieses Jahr vor allem die internationale Politik aufs Korn.

Unter begeisterten “Alaaf“-Rufen ist am Rosenmontag bei eisigen Temperaturen der Karnevalszug in Köln gestartet. Mehr als 11.800 Teilnehmer machten sich gegen 10.30 Uhr vom Chlodwigplatz aus auf den gut 6,5 Kilometer langen Weg durch die verschneite Innenstadt der Karnevalshochburg.

Mehrere hunderttausend bunt kostümierte Jecken schunkelten sich bereits am Morgen unter dem Motto “In Kölle jebützt“ (In Köln geküsst) warm. Erwartet wurden bis zu einer Million Zuschauer.

Kopenhagen, Ahmadinedschad und Berlusconi

Die Kölner Wagenbauer nahmen in diesem Jahr besonders die internationale Politik aufs Korn. Zu sehen waren unter anderem Ratten, die in Badehose und mit Sonnenbrille das sinkende Schiff “Klimakonferenz“ verließen.

Ein anderer Wagen zeigte den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, wie er vor den Augen eines bewaffneten Cowboy-Obamas ein trojanisches Pferd mit einer Atombombe zieht.

Der Zoch kütt! Bilder vom Umzug in Köln

Köln: Der Zoch kütt!

Sein Fett weg bekam auch der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der im vergangenen Jahr vor allem mit seinem Liebesleben und vermeintlichen Affären Schlagzeilen machte: Der Kopf des 73-Jährigen schwamm in einem Meer von Frauenbrüsten, die mit Namen wie Gina oder Gundula versehen waren.

Anspielungen auf Pfusch beim U-Bahn-Bau

Ebenfalls veräppelt wurde die sich seit fast einem Jahr hinziehende Aufklärung des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs. Drei Affen als Vertreter der Kölner Verkehrs-Betriebe, der Gutachter-Zunft und der Stadt Köln haben sich auf einem Trümmer-Berg mit der Aufschrift “Aussitzen“ niedergelassen.

Wenige Meter von ihnen entfernt macht sich in Anspielung auf den nun bekanntgewordenen Pfusch beim Bau der Kölner U-Bahn ein Bauarbeiter mit einem Stahlträger auf und davon.

130 Wagen zogen durch Köln

Insgesamt bahnten sich bei Temperaturen um minus drei Grad am Montag rund 130 Fest-, Prunk- und Persiflagewagen sowie 120 Musikkapellen ihren Weg durch die Massen. Auf das närrische Volk sollte ein Regen von mehr als 300 Tonnen Süßigkeiten, 700.000 Tafeln Schokolade, 220.000 Schachteln Pralinen und tausenden Stoffpuppen niedergehen.

In der konkurrierenden Karnevalshochburg Düsseldorf war der Start des traditionellen Rosenmontagszugs für 12.30 Uhr geplant. Dort wollten sich die Narren unter dem Motto “Jeck - We can“ auf dem Weg durch die Altstadt machen.

apn

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