Kosmetik-König Yves Rocher ist tot

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Während Yves Rocher selbst die Öffentlichkeit mied, wurde die "grüne Kosmetik" (hier ein Werbeplakat) seines Unternehmens zum Verkaufsschlager

Paris - Der französische Kosmetik-König Yves Rocher ist tot. Der Gründungspräsident der Groupe Yves Rocher starb am Samstag in einem Pariser Krankenhaus im Alter von 79 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.

Präsident Nicolas Sarkozy würdigte Rocher als “großen französischen Industriellen, Erfinder der Kosmetik auf Grundlage von Pflanzenprodukten und Pionier des Versandhandels“. Rocher habe sich “in den Dienst der Schönheit der Frau“ sowie “der dauerhaften Beschäftigung und des Umweltschutzes“ gestellt.

Rocher stammte aus La Gacilly in der Bretagne und war 46 Jahre auch Bürgermeister der Gemeinde. Vor 50 Jahren begann er in La Gacilly mit der Produktion von Schönheitsmitteln. Er lehnte dabei chemische Syntheseprodukte ab. Seine Produkte vertrieb er zunächst per Post über Katalog (“Das Grüne Buch“).

Heute setzt die Groupe Yves Rocher in 80 Ländern mehr als zwei Milliarden Euro um und hat 15 000 Mitarbeiter. Mit Marken wie Yves Rocher, Daniel Jouvance oder Kiotis bietet er Konzernen wie L'Oréal die Stirn. Rocher rettete die Kinderbekleidungsmarke Petit Bateau und betreibt auf 44 Hektar Bio-Landwirtschaft.

Der einstige Staatspräsident Valérie Giscard d'Estaing beschrieb Yves Rocher einst mit den Worten: “Sie sind anders herum als ein Politiker. Sie versprechen zehn und machen 100.“ Zwei Jahre vor seinem Tod gab der Patriarch die Firmenführung an seinen Enkel Bris Rocher ab. Die Familie Rocher hält noch drei Viertel der Anteile an dem Unternehmen.

dpa

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