Lastkahn rammt Bohranlage: Neues Ölleck

New Orleans - An der Küste des Golfs von Mexiko ist nach einem Unfall ein neues Ölleck entstanden. Ein Lastkahn rammte eine unbeleuchtete verlassene Bohranlage.

Ein Lastkahn rammte in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) eine verlassene Bohranlage im Mud Lake, einer kleinen Ausbuchtung der Barataria Bay im US-Staat Louisiana. Nach dem Zusammenstoß schoss eine Fontäne aus Wasser, Erdgas und Öl rund 30 Meter in die Höhe. Auf dem Wasser bildete sich ein knapp zwei Kilometer langer Ölstreifen. Einsatzkräfte legten schwimmende Barrieren aus, um eine Ausbreitung des Ölteppichs zu verhindern.

Nach Angaben der örtlichen Küstenwache zog ein Schlepper den Lastkahn hinter sich her, als dieser den Bohrlochkopf traf. Der Schiffskapitän habe den ermittelnden Behörden erklärt, die Bohranlage sei nicht, wie vorgeschrieben, beleuchtet gewesen. Besitzer der Anlage sei das Unternehmen Cedyco Corporation mit Sitz im US-Staat Texas. Das Ölleck sei winzig im Vergleich zu dem, das durch die Explosion der Bohrplattform “Deepwater Horizon“ entstanden war, sagte ein örtlicher Behördensprecher. Der Unfall, durch den der Schiffsverkehr in die Barataria Bay lahmgelegt wurde, werde Einsatzkräfte nicht daran hindern, die Aufräumarbeiten im Golf von Mexiko wieder aufzunehmen.

Wegen des Tropensturms “Bonnie“ mussten die Arbeiten kurzzeitig unterbrochen und die Einsatzkräfte in Sicherheit gebracht werden. Barataria Bay ist ein ökologisch besonders empfindliches Gebiet nahe New Orleans. Es wurde bereits durch das aus dem großen Ölleck mitten im Golf von Mexiko austretende Öl verschmutzt. In den vergangenen drei Wochen sei von dort aber kein Öl mehr angespült worden, teilten die örtlichen Behörden mit.

BP rechnet mit Anklage

Unterdessen teilte der Ölkonzern BP mit, die US-Börsenaufsicht SEC und das US-Justizministerium hätten Ermittlungen aufgenommen. Sie beträfen Sicherheitsfragen, die durch das Ölleck im Golf von Mexiko aufgekommen seien. Es sei möglich, dass das Justizministerium BP wegen Verstößen gegen das Zivil- oder Strafrecht der USA anklagen werde, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Ölkonzerns.

dapd

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