Medien: Nordkorea montiert Interkontinentalrakete

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In Seoul wurde gegen Nordkoreas Raketentests protestiert.

Seoul - Nordkorea treibt nach Medienberichten die Vorbereitungen für den möglichen Teststart einer Interkontinentalrakete weiter voran.

Es gebe Anzeichen dafür, dass eine solche Rakete bereits zum Zusammenbau in eine dafür vorgesehene Montagehalle an der neuen Abschussanlage an der Nordwestküste Nordkoreas geschafft worden sei, berichtete die südkoreanische Zeitung “JoongAng Ilbo“ am Mittwoch unter Berufung auf informierte Kreise. Es handele sich vermutlich um eine längere Version der Taepodong-2-Rakete, die Nordkorea Anfang April abgefeuert habe. Das US-Militär befürchtet, dass die Taepodong-Rakete bei entsprechender technischer Weiterentwicklung einen atomaren Gefechtskopf auf amerikanisches Gebiet tragen könnte.

Die Spannungen in der Region hatten sich nach dem Raketentest in Nordkorea und einem zweiten Atomtest des Landes am 25. Mai spürbar verschärft. In beiden Fällen wurde Nordkorea vom Weltsicherheitsrat gerügt. Ungeachtet der Kritik hatte das Militär des kommunistischen Landes nach dem Atomversuch südkoreanischen Angaben zufolge noch sechs Raketen mit kurzer Reichweite abgefeuert. Am Dienstag berichteten südkoreanische Medien unter Berufung auf Regierungsbeamte, dass Nordkorea neben einer Interkontinentalrakete offensichtlich auch mehrere Mittelstreckenraketen zum Abschuss an der Südostküste vorbereite. Nordkoreas Mittelstreckenraketen gelten vor allem in Südkorea und Japan als unmittelbare Bedrohung, weil beide Länder in deren Reichweite liegen.

dpa

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