Mehr Rechte für Bahnreisende in Europa

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Bahnreisende haben künftig mehr Recht, auch im EU-Ausland.

Brüssel - Bahnreisende in Europa haben künftig mehr und einheitliche Rechte. Ab sofort besteht europaweit Anspruch auf Entschädigung bei Verspätungen.

Fahrgäste haben überall den gleichen Anspruch auf Schadensersatz, wenn sich Züge verspäten oder ausfallen. “Angesichts der Millionen von Menschen, die in Europa täglich mit der Bahn reisen, liegt es für mich auf der Hand, dass Europa diesen Personen ein sicheres und bequemes Reisen ermöglichen muss“, sagte der Vizepräsident der EU-Kommission, Antonio Tajani, am Donnerstag in Brüssel. Deutschland habe bereits vor Inkrafttreten der EU-Verordnung die Rechte der Bahnreisenden entsprechend gestärkt.

Grundsätzlich sieht die Verordnung vor, dass bei Zugverspätungen zwischen einer und zwei Stunden 25 Prozent des Kartenpreises als Entschädigung gefordert werden können. Bei einer Verspätung von mehr als zwei Stunden besteht Anspruch auf die Hälfte. Wenn Gepäckstücke verloren gehen oder beschädigt werden, gibt es jeweils bis zu 1285 Euro. Kommt ein Fahrgast bei einer Zugreise ums Leben, sollen die Hinterbliebenen so schnell wie möglich mindestens 21 000 Euro als Vorschuss erhalten, um entstehende Kosten abdecken zu können.

Ob die neuen Fahrgastrechte in allen EU-Ländern direkt umgesetzt werden, ist allerdings noch unklar. Die Mitgliedstaaten können Tajani zufolge einen Aufschub von bis zu 15 Jahren beantragen, damit die nationalen Eisenbahnunternehmen die Rechte für Reisende nach und nach anpassen können. Rumänien habe bereits einen solchen Antrag gestellt. Es sei sogar möglich, eine ständige Ausnahme für den Nahverkehr zu beantragen. Dann würden beispielsweise viele Pendler nicht von den neuen Regeln profitieren.

So sollen etwa Menschen mit Behinderungen innerhalb der EU dank einer neuen Verordnung künftig ohne Probleme reisen können.

dpa

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