Menschenrechtlerin niedergeschlagen

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Die Menschenrechtlerin Ljudmila Alexejewa ist in der Moskauer Metro angegriffen und niedergeschlagen worden.

Moskau - Die Menschenrechtlerin Ljudmila Alexejewa ist in der Moskauer Metro angegriffen und niedergeschlagen worden. Die 82-Jährige war erst vor kurzem mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Die im Ausland hoch angesehene 82-jährige russische Menschenrechtlerin Ljudmila Alexejewa ist in der Moskauer Metro angegriffen und niedergeschlagen worden. Die Leiterin der Helsinki- Gruppe, die erst vor kurzem von Bundespräsident Horst Köhler geehrt wurde, habe leichte Verletzungen erlitten, sagte ein Mitarbeiter von Alexejewa am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax. Der Täter wurde festgenommen.

Der Direktor des Moskauer Büros für Menschenrechte, Alexander Brod, nannte den Angriff “unerhört“. Alexejewa hatte am Vorabend in der Metrostation Park Kultury Blumen für die mindestens 39 Todesopfer der Selbstmordanschläge von Montag niedergelegt.

Bundesverdienstkreuz für Ljudmila Alexejewa

Alexejewa nannte den Angriff eine “Provokation“. Der Angreifer habe sie beschimpft und gesagt: “Was, Du lebst noch?“ In Russland werden Menschenrechtler immer wieder Opfer von Prügelattacken oder sogar Mordanschlägen. Die Polizei leitete ein Strafverfahren gegen den Täter ein.

Die Organisation Human Rights Watch HRW sprach von einem Angriff auf die ganze Bürgerrechtsbewegung in Russland. Der frühere Vize- Regierungschef Boris Nemzow nannte die Attacke ein “entsetzliches Verbrechen gegen Alexejewa“. In Berlin verurteilte unter anderem die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen den Zwischenfall.

Alexejewa tritt immer wieder auch bei regierungskritischen Aktionen in Erscheinung. Bundespräsident Köhler hatte der Bürgerrechtlerin erst unlängst das Bundesverdienstkreuz als Anerkennung für ihren Kampf um die Demokratie in Russland verliehen.

dpa

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