Mutmaßlicher Terrorist ausgeliefert

Karlsruhe - Ein mutmaßlicher Terrorhelfer ist aus der Türkei nach Deutschland ausgeliefert worden. Der 28-jährige deutsche Staatsangehörige sei dringend verdächtig.

Zwischen November 2006 und März 2007 soll der Deutsche die ausländische terroristische Vereinigung “Islamische Jihad Union“ (IJU) unterstützt haben, und von Mai 2007 an Mitglied in der IJU gewesen sein, das teilte die Bundesanwaltschaft am Mittwoch in Karlsruhe mit. Der Mann soll an Kampfeinsätzen der Terrorvereinigung beteiligt gewesen sein. Außerdem habe er Ausrüstung für den paramilitärischen Einsatz beschafft, und die Organisation mit Geld unterstützt. Mit der Anklageerhebung wird in Kürze gerechnet.

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft besorgte der 28-Jährige unter anderem GPS-Geräte, ein Nachtsichtgerät, Kompassuhren und diverse weitere Ausrüstungsgegenstände. Ende März 2007 soll er Deutschland verlassen und in einem Ausbildungslager der IJU in der pakistanischen Region Waziristan gewesen sein. Von April 2007 an habe der Mann dort eine Kampfausbildung gemacht. Dabei habe er einen Treueeid abgelegt, sei Mitglied der IJU geworden und habe später an mehreren Kampfeinsätzen teilgenommen.

Der 28-Jährige war im November 2008 in der Türkei festgenommen worden und saß dort bis zum 12. Februar 2009 in Haft. Er wurde dann gegen Auflagen freigelassen und - nach Bewilligung der Auslieferung - am 14. Juni erneut von den türkischen Sicherheitsbehörden verhaftet. Am Dienstag wurde er dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der Haftbefehl erließ und Untersuchungshaft anordnete. Das Bundeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen.

dpa

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