NATO verteidigt Befreiung eines US-Reporters

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Sultan Munadi war bei der Befreiungsaktion getötet worden.

Kabul - Die NATO-Schutztruppe ISAF hat den Einsatz zur Befreiung eines “New York Times“-Reporters in Nordafghanistan, bei dem ein afghanischer Journalist getötet wurde, gegen Kritik verteidigt.

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Der Einsatz der britischen Kommandotruppen sei nötig gewesen, weil es Informationen gegeben habe, wonach die Geiseln aus der Region gebracht und ranghöheren Aufständischen übergeben werden sollten, sagte ein ranghoher ISAF-Vertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, am Sonntag.

Die Truppen seien unmittelbar nach der Landung ihrer Hubschrauber beschossen worden. Sobald die Soldaten den britisch-irischen Reporter Stephen Farrell gefunden hatten, fragten sie ihn nach seinem afghanischen Mitarbeiter und Übersetzer, wie der ISAF-Vertreter weiter erklärte. Farrell habe gesagt, Sultan Munadi sei von den Aufständischen getötet worden. Die Truppen wurden den Angaben zufolge heftig beschossen und traten daher den Rückzug an, ohne Munadis Leiche zu bergen. “Die Leute müssen verstehen: Es ist nicht so, als wären wir da reinspaziert und hätten einen Kerl retten und den anderen zurücklassen wollen“, sagte der ISAF-Vertreter. Das Risiko, einen Toten zu bergen, wäre nicht zu rechtfertigen gewesen.

Die Taliban hatten Farrell und Munadi Anfang September nach dem von Deutschland angeforderten Luftangriff auf zwei Tanklastwagen gekidnappt. Der afghanische Journalistenverband warf den NATO-Soldaten vor, die gewaltsame Befreiungsaktion gestartet zu haben, ohne andere Kanäle ausgeschöpft zu haben. Zudem kritisierten die Journalisten, dass Munadis Leiche zurückgelassen wurde.

AP

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