Pakistanischer Islamist getötet

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Der pakistanische Taliban-Führer Baitullah Mehsudsoll bei einem US-Drohnenangriff im Stammesgebiet Süd-Waziristan an der afghanischen Grenze ums Leben gekommen sein.

Dera Ismail Khan - Der pakistanische Taliban-Führer Baitullah Mehsud ist nach Angaben eines seiner Kommandeure bei einem US-Angriff in Süd-Waziristan getötet worden.

Mit ihm sei am Mittwoch auch seine zweite Frau ums Leben gekommen, sagte Kafayat Ullah am Freitag telefonisch der Nachrichtenagentur AP. Er bestätigte damit Berichte aus Geheimdienstkreisen. Die pakistanische Regierung erklärte indes, sie habe bislang noch keine stichhaltigen Beweise für den Tod Mehsuds , werde dies aber prüfen.

Der Taliban-Kommandeur Ullah machte keine näheren Angaben zu dem Luftangriff auf das Haus von Mehsuds Schwiegervater in Süd -Waziristan. Wie aus Kreisen des pakistanischen und des amerikanischen Geheimdienstes verlautete, wurde der Angriff von CIA-Agenten ausgeführt. Mehsuds Gefolgsleute erklärten zunächst, der Taliban-Führer habe sich nicht in dem Haus aufgehalten.

Ein örtlicher Stammesführer berichtete jedoch, der Taliban-Führer sei dort ärztlich behandelt worden. Mehreren Gewährsleuten zufolge wurde Mehsud bereits beerdigt. Allerdings hat kein Geheimdienstagent die Leiche gesehen. Der pakistanische Innenminister Rehman Malik sagte denn auch, ihm lägen noch keine stichhaltigen Beweise vor. Außenminister Shah Mahmood Qureshi kündigte an, Behördenvertreter würden zum Ort des Raketenangriffs reisen, um die Hinweise zu überprüfen. Daran wollten sich auch US-Geheimdienstbeamte beteiligen.

Mögliche Beteiligung am Mordanschlag auf Bhutto

Mehsuds Tod wäre ein großer Erfolg im Kampf gegen Taliban und Al Kaida in Pakistan und im Nachbarland Afghanistan. Der Islamist leitete bislang die Gruppe Tehrik-e-Taliban , die am Mordanschlag auf die ehemalige pakistanische Ministerpräsidentin Benazir Bhutto im Dezember 2007 beteiligt gewesen sein soll.

Auch soll Mehsud für Dutzende Selbstmordanschläge in Pakistan verantwortlich sein und Kontakte zum Terrornetzwerk Al Kaida unterhalten haben. Die Regierung in Islamabad erachtete Mehsud als eine der größten Bedrohungen für die innere Sicherheit des Landes. Doch auch nach seinem Tod gilt die Terrorgefahr nicht als gebannt. Als wahrscheinlichster Nachfolger gilt pakistanischen Geheimdienstkreisen zufolge Hakim Ullah , der für eine rigorose Rekrutierung und Ausbildung von Selbstmordattentätern bekannt ist. Auch die Namen Azmat Ullah und Waliur Rehman waren im Gespräch.

Ishtiaq Mahsud

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