Papst Benedikt: Sonntagsmesse in Tschechien

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Papst Benedikt.

Prag - Im tschechischen Brno (Brünn) sind am Sonntag zu einer von Papst Benedikt XVI. zelebrierten Messe zehntausende Gläubige unter freiem Himmel zusammengekommen.

Der Gottesdienst war für Kirchgänger in Tschechien der erste Programmpunkt, bei dem sie das Oberhaupt der katholischen Kirche während seiner bis Montag dauernden dreitägigen Visite live vor breiter Öffentlichkeit erleben konnten. Vor geladenen Gästen hatte Benedikt am Samstag bei seiner Ankunft in Prag den Zusammenbruch des Kommunismus in Mittelosteuropa vor 20 Jahren in dem Mittelpunkt zweier Ansprachen gestellt. Am Rande des Papst-Besuchs kam es am Samstagabend auch zu einem Treffen zwischen Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone und dem tschechischen Ministerpräsidenten Jan Fischer.

Dabei zeigte der Vatikan die Bereitschaft, Verhandlungen mit Prag über die Rückgabe von Kircheneigentum auf die Zeit nach der Wirtschaftskrise zu verschieben, sagte Fischer anschließend vor Journalisten. “Ich habe gesagt, dass ich überzeugt bin, dass der tschechische Staat bereit sein wird, zu den Gesprächen zurückzukehren“, meinte der parteilose Fischer, dessen Mandat im Sommer 2010 ausläuft. Ein Anfang 2008 gefundener, bisher aber nicht parlamentarisch verabschiedeter Kompromiss zwischen Politik und Kirche sah vor, rund ein Drittel des nach dem Zweiten Weltkrieg “nationalisierten“ Kirchenbesitzes wie Gotteshäuser, Kloster, Ländereien und Kunstwerke direkt an den tschechischen Klerus zurückzuführen.

Zusätzlich sollte ein finanzieller Ausgleich in Höhe von 83 Milliarden Kronen (3,3 Milliarden Euro), zahlbar mit Zinsen über den Zeitraum von 60 Jahren, vom Staat geleistet werden. Schon im Vorfeld der päpstlichen “Pastoralreise“ hatten sich Vatikan und tschechische Bischofskonferenz bemüht, das sensible Rückgabe-Thema nicht in den Mittelpunkt des ersten Besuchs von Benedikt XVI. in Tschechien zu stellen.

dpa

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