Protest: US-Stadt wählt Toten zum Bürgermeister

Washington - Aus Unzufriedenheit über die Amtsinhaberin hat eine Kleinstadt im US-Staat Tennessee mehrheitlich einen vor wenigen Wochen gestorbenen Kandidaten zum Stadtoberhaupt gewählt.

Carl Robin Geary, Herausforderer von Bürgermeisterin Barbara Brock, war Anfang März einem Herzinfarkt erlegen. Brock unterlag dem Toten deutlich mit 85 zu 268 Stimmen, wie die Lokalzeitung “Chattanooga Times“ am Donnerstag berichtete. Auf die Frage eines Reporters, wie sie es finde, bei der Wahl gegen einen Toten den Kürzeren gezogen zu haben, antwortete sie: “Ich lebe!“

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Nachdem bereits ihr Vorgänger an einem Infarkt gestorben war, hatte sie den Bürgermeisterposten in Tracy City kommissarisch übernommen und sogleich einen politischen Modernisierungskurs eingeschlagen. Dies sei vielen Alteingesessenen gegen den Strich gegangen, sagte sie dem Blatt. “Die Leute haben für einen toten Mann gestimmt, weil sie mich nur so loswerden können.“

Der Protest hatte sich bei der Beerdigung Gearys formiert: Ein Mitglied der Trauergemeinde stellte plötzlich ein Wahlplakat mit dem Namen des Toten zwischen die Blumengebinde. “Nun hat mein verstorbener Mann das erreicht, was er immer wollte: Er ist Bürgermeister dieser Stadt“, sagte die Witwe der Zeitung.

dpa

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