Bangkok: Polizei stürmt Tempel

Bangkok - Demonstranten haben in Bangkok nach der Militäroffensive gegen die Rothemden mindestens 35 Brände gelegt. Die Polizei stürmte unterdessen einen Tempel. Es gab Todesopfer. 

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Bei dem Vormarsch der Armee, die mit Panzern und Bulldozern am Mittwoch Barrikaden einriss und auf Demonstranten schoss, die Widerstand leisteten, kamen nach Angaben vom Donnerstag 16 Menschen ums Leben, 88 wurden verletzt. Einzelne Schießereien gingen am Donnerstag weiter. In der Nähe des Protestgeländes im Ratchaprasong-Geschäftsviertel wurden noch mehrere hundert Rothemden vermutet. “Wir müssen noch einige Stunden abwarten“, sagte ein Mitarbeiter des Premierministers im Fernsehen.

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Thailand sei aber nicht unregierbar geworden, betonte er. Das große Kaufhaus Central World und ein weiteres Einkaufszentrum ganz in der Nähe des Protestgeländes brannten nach Angaben der Stadtverwaltung völlig aus. Die Randalierer hätten die Feuerwehr davon abgehalten, mit Löschfahrzeugen vorzufahren, teilte die Behörde mit. Zehn Filialen der Bangkok Bank wurden ebenfalls in Brand gesetzt. Die Sicherheitskräfte hatten eine Ausgangssperre bis 06.00 Uhr morgens verhängt und gewarnt, dass auf Plünderer und Brandstifter geschossen werde.

Polizei stürmt Tempel 

In einem buddhistischen Tempel in Bangkok sind einen Tag nach den Kämpfen zwischen Militär und oppositionellen Rothemden neun Leichen gefunden worden. Das berichteten Augenzeugen am Donnerstag. Die Sicherheitskräfte drangen am Donnerstag auf das Tempelgelände vor, wo hunderte am Mittwoch Zuflucht gesucht hatten. Die Umgebung des Tempels mitten in der einstigen Protestzone war am Donnerstag noch nicht völlig unter Armeekontrolle, teilten die Sicherheitskräfte mit. In den Pat Whatum-Tempel strömten hunderte Rothemden, nachdem ihre Anführer sich am Mittwoch der Polizei ergeben hatten.

Doch geriet das Gelände in die Schusslinie zwischen Soldaten und militanten Demonstranten, wie Mark MacKinnon, Reporter für die kanadische Zeitung “Globe and Mail“, berichtete, der dort selbst strandete. Sein Kollege Andrew Buncombe vom britischen “Independent“ wurde durch mehrere Schüsse am Bein verletzt. Wegen der anhaltenden Schießereien gelang es erst nach Stunden, Krankenwagen zu organisieren und die Verletzten zu retten. Insgesamt kamen bei den Kämpfen am Mittwoch wahrscheinlich 16 Menschen ums Leben.

dpa

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