USA empört über Polanskis Freilassung

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Roman Polanski

Washington - Die US-Regierung ist empört über die Freilassung von Roman Polanski. Eine 13-Jährige sei vergewaltigt worden, da gehe es nicht um Formalitäten, so ein Sprecher des US-Außenministeriums.

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“Ein 13-jähriges Mädchen wurde unter Drogen gesetzt und von einem Erwachsenen vergewaltigt. Das ist keine Frage, bei der es um Formalitäten geht“, sagte Philip Crowley, Sprecher des US-Außenministeriums zu der Entscheidung der Schweiz, Starregisseur Polanski nicht auszuliefern. Die USA hätten kein Verständnis für die juristischen Argumente der Schweizer Behörden und würden weiter versuchen, den 76-jährigen Polanski zur Verantwortung zu ziehen. Die zuständigen US-Behörden müssten allerdings zunächst ihre Optionen prüfen, meinte Crowley.

Die Schweizer Behörden hatten entschieden, dass der Regisseur wegen des Jahrzehnte zurückliegenden Sexualdeliktes nicht an die USA ausgeliefert wird. Die USA könnten diese Entscheidung nicht anfechten, hieß es in Bern. In Berlin, Paris und Warschau gab es freudige Reaktionen auf die Freilassung des französisch-polnischen Filmemachers.

Die USA werfen dem Oscar-Preisträger vor, sich in den 70er Jahren an einer Minderjährigen vergangen und sich dann der US-Justiz entzogen zu haben. Er war Ende September 2009 aufgrund eines US- Haftbefehls in Zürich festgenommen worden und stand seit Dezember unter Hausarrest.

dpa

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