Sechs Tote bei Schießerei in Acapulco

Acapulco - Bei einer Schießerei im Touristen-Zentrum der mexikanischen Stadt Acapulco sind sechs Menschen ums Leben gekommen. Vermutlich handelt es sich um einen Drogenkrieg.

Mitten in der Touristenzone des mexikanischen Badeorts Acapulco hat eine Schießerei im Drogenmilieu sechs Menschen das Leben gekostet, darunter ein acht Jahre altes Mädchen und seine Mutter. Bewaffnete Männer eröffneten nach Polizeiangaben aus mehreren Fahrzeugen das Feuer auf einen weiteren Wagen. Als die Polizei eingriff, schossen die Bewaffneten auf der Flucht auf mehrere Privatfahrzeuge.

Die Schüsse fielen am Mittwoch auf der belebten Uferpromenade Miguel Alemán in Sichtweite größerer Hotels und des Strandes. Unter den Opfern ist ein Polizeibeamter, von den anderen Getöteten waren mindestens drei unbeteiligte Passanten, die zufällig in die Schusslinie gerieten. Fünf weitere Personen wurden verletzt. Ersten Informationen zufolge kamen keine Touristen zu Schaden. Es brach Chaos und Panik aus. Mehrere Autos fuhren ineinander, als die Fahrer versuchten, sich in Sicherheit zu bringen. Mindestens ein Dutzend Wagen wurden von Kugeln getroffen. Auf der Straße blieben hunderte Patronenhülsen von Sturmgewehren des Typs AK-47 zurück. Der Waffentyp wird in Mexiko fast ausschließlich von Drogenkartellen benutzt. Ein 26 Jahre alter Mann wurde festgenommen. Er soll Verbindungen zu einem Drogenkartell haben.

Im Raum Acapulco liefern sich seit geraumer Zeit zwei Drogenbanden erbitterte Kämpfe, hinzu kommen mittlerweile auch interne Auseinandersetzungen in den beiden Gruppen. Allerdings wurden die Kämpfe bislang so gut wie nie tagsüber in der Öffentlichkeit ausgetragen. Zudem hat es in Acapulco bislang noch nie so viele Opfer unter Unbeteiligten gegeben. Gewalt unter Drogenbanden hat in ganz Mexiko seit Dezember 2006 rund 23.000 Menschen das Leben gekostet, allerdings blieben Badeorte und bei Touristen beliebte Kolonialstädte bislang weitgehend verschont. Im vergangenen Jahr litt die mexikanische Tourismusindustrie unter der Schweinegrippe, die zu einem starken Besucherrückgang führte.

DAPD

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