Reisewarnung gilt für 130 weitere Länder

Corona-„Pilotprojekt“ auf Mallorca: TUI bittet Urlauber um Feedback - das fällt verblüffend aus

Urlaub trotz Corona - nun gibt es ein Reiseziel mehr: Spanien öffnet seine Grenzen für Urlauber aus Deutschland. Unterdessen verärgert die Türkei eine Reisewarnung. Alle Info auf einen Blick.


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Update vom 30. Juni, 13.34 Uhr: Der Tui-Konzern sieht den zweiwöchigen Testbetrieb zum Wiederanlaufen des Tourismus auf den Balearen als „geglückt“ an. Umfragen unter Kunden hätten ergeben, dass „die neuen Maßnahmen und Regelungen beim Flug sowie in den Hotels sehr gut“ angenommen worden seien, berichtete das Unternehmen am Dienstag über die ersten Anreisen und Aufenthalte unter verschärften Sicherheits- und Hygieneregeln. Etwa 4200 Urlauber hätten an dem „Pilotprojekt“ auf Mallorca, Ibiza und Formentera teilgenommen. In den kommenden Wochen soll das Programm im gesamten Mittelmeer-Raum und auf den Kanaren ausgebaut werden, sofern die Infektionslage dies zulässt. Eine besondere Maßnahme wird an der Ostsee ergriffen, wo sich die Urlaubsmassen tummeln.

„Das Feedback zu den getroffenen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen ist durchweg positiv“, meinte Vorstand Sebastian Ebel. Der Konzern aus Hannover hatte mit Politik und Behörden in Spanien über den Neustart verhandelt. Die Präsidentin der Balearen-Regionalregierung, Francina Armengol, sprach laut Tui von einer „ausgezeichneten Zusammenarbeit“. Das Unternehmen selbst erklärte, die Befragung der Kunden habe höhere Service-Zufriedenheitswerte ergeben als 2019. „Der Großteil flog mit der konzerneigenen Airline Tuifly, aber auch andere Fluggesellschaften waren am Neustart beteiligt“, hieß es bei Tui.

Neben Urlaubern, die sich positiv zu dem Probelauf äußerten, gab es jedoch auch Enttäuschungen. So musste ein Paar, das in Zürich zwischengelandet war, die sofortige Rückreise antreten, weil es für aus der Schweiz kommende Passagiere keine Einreiseerlaubnis gab (siehe Update vom 21. Juni, 19.56 Uhr).

Beim Mallorca-Pilotprojekt in der Corona-Krise kam es beim Reiseveranstalter TUI zu einer Panne (Symbolbild).

Peinliche TUI-Panne: Polizei schickt Mallorca-Urlauber wieder zurück - „Wir dürfen nicht einreisen, weil...“

Update vom 21 Juni, 19.56 Uhr: Das klingt nach einem üblen Montag statt nach Mallorca-Freuden: Für einen der 10.900 deutschen Touristen, die schon jetzt im Rahmen eines Pilotprojekts auf der balearischen Insel urlauben dürfen (siehe Erstmeldung vom 16. Juni) endetet der Versuch im kompletten Frust. „Und da denkt man, man hätte mit 40 schon viel erlebt!“, beginnt der Facebook-Post von Kai-Jörg K. vom selben Tag, mit dem er die Panne publik machte.

Er und seine Frau wurden bei der Ankunft auf dem Flughafen Mallorca von der Polizei stracks wieder zurück nach Deutschland geschickt - Grund war wohl eine Computerpanne des Reiseveranstalters TUI. Demnach hatte TUI den Mallorca-Flug als Pauschalreise mit Zwischenstopp in der Schweiz angelegt - über die man aktuell aber nicht nach Spanien einreisen durfte. 

Wären die Urlauber mal lieber daheim geblieben, denn die Wetter-Prognose für den Sommer 2020 in Deutschland ist vielversprechend*. Unterdessen bricht eine Stadt im Landkreis Warendorf nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies mit einer Weihnachtstradition.

Mallorca-Pilotprojekt mit Panne: „Die Aussage des Polizisten schockt“

„Die Aussage des Polizisten schockt. Wir dürfen nicht einreisen, weil wir über die Schweiz kommen?! Ja, richtig gehört…“, schreibt der betroffene Pilotprojekt-Tourist auf Facebook. Und weiter: „So wie uns geht es noch anderen Leuten des Fliegers aus Zürich. Darunter auch ein Paar aus Berlin, welches ab diesem Moment zu unseren Begleitern für die nächsten 6 Stunden werden soll. Die Polizei füllt uns Dokumente aus und übergibt uns dann den Bescheid zur Verweigerung der Einreise.“

Badegäste auf Mallorca: Ein Touristenpaar hat es nun nicht an den Strand geschafft.

Mit dem gleichen Flieger, mit das Ehepaar gelandet ist, geht es dem Bericht zufolge zurück nach Zürich, samt allen Strapazen, die so eine unverhoffte „Umleitung“ für Reisende bedeutet. TUI sagte zu focus.de auf Nachfrage, das elektronische Buchungssystem suche „automatisch die günstigste Variante“ und leider sei dabei eine „fehlerhafte Flug-Kombination erfolgt“. 

Der Beschwerdeführer meldete sich am 19. Juni mit einem Update: „TUI hat sich inzwischen schriftlich gemeldet und entschuldigt. Es wurde uns versprochen den finanziellen Schaden zu ersetzen und noch für die entgangenen Urlaubsfreuden etwas drauf zu legen.“ Augenscheinlich postete er das aber nicht von der Ferieninsel.

Urlaub trotz Corona: Spanien öffnet seine Grenzen für Reisende 

Update 21. Juni, 13.16 Uhr: In Spanien ist der Corona-Notstand beendet. Seit 14 Wochen dürfen sich die Bürger endlich wieder frei bewegen. In der Hauptstadt Madrid und in anderen küstenfernen Gemeinden machten sich zahlreiche Menschen und ganze Familien am ersten Tag bei Temperaturen von zum Teil weit über 30 Grad schon frühmorgens auf in den Badeurlaub. Dafür sei vor allem der eigene Wagen benutzt worden, berichteten Medien.

Auch die Grenzen für Urlauber aus Schengenstaaten sind seit Sonntag (21. Juni; 0 Uhr) wieder offen. Die Grenze zu Portugal bleibt aber auf Wunsch der Regierung in Lissabon noch bis zum 1. Juli für die meisten Reisenden geschlossen. 

Allen Einreisenden wurde am Sonntag die Temperatur gemessen. Medizinisches Personal stand bereit, um im Falle eines erhöhten Wertes die Betroffenen in Augenschein zu nehmen. Zudem müssen alle Besucher auf einem Fragebogen Angaben unter anderem zur Gesundheit sowie zu persönlichen Kontaktdaten machen.

Der Tourismus auf Mallorca ist schon in einem Pilotprojekt gestartet, nun sind die Grenzen nach Spanien für Urlauber wieder offen.

Urlaub trotz Corona: Türkei sauer über Reisewarnung

Update 20. Juni, 17.46 Uhr: Die Türkei gilt als Corona-Risikogebiet. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu zeigte sich enttäuscht über diese Einschätzung der Bundesregierung und über die andauernde Reisewarnung. Es gebe dafür „keinen objektiven und wissenschaftlichen Grund“, so Cavusoglu.

Urlaub trotz Corona: An Nord- und Ostsee wird es jetzt besonders eng

Update 19. Juni, 9.45 Uhr: Urlaub im Ferienhaus ist begehrt. Doch wer an die Nord- und Ostsee will, muss sich besonders beeilen: In den dortigen Ferienorten sind die Unterkünfte für die Sommerferien bereits zu 90 Prozent ausgelastet, berichtete der Deutsche Ferienhaus-Verband der Deutschen Presse-Agentur.

Die Ferienhäuser an Nord- und Ostsee sind zu 90 Prozent ausgelastet

Beliebt sind auch Ferienregionen in Süddeutschland, wie beispielsweise das Allgäu oder die Bodenseeregion. Dort gebe es kaum Abweichungen zum Buchungsgeschehen des Vorjahres. Der Verband rät, bei Buchungen flexibel zu sein. 

Urlaub: Reisen innerhalb Deutschlands während Corona beliebt

„Die Reiselust ist da und das wird sich wahrscheinlich weiterhin positiv auf den innerdeutschen Reiseverkehr auswirken“, sagt Michelle Schwefel, die Geschäftsstellenleiterin des Verbands. "Die Deutschen setzen in diesem Jahr sehr stark auf naturnahem Urlaub, der den nötigen Abstand zulässt", erklärt sie weiter. Freie Unterkünfte gebe es noch in Großstädten wie Berlin oder München, in den Mittelgebirgen wie dem Schwarzwald und dem Hochsauerland. Die Ostseeinsel Rügen sei hingegen besonders stark gefragt.

Reisen trotz Corona: Dänemark lockert Beschränkungen für Urlauber

Update, 14.12 Uhr: Ein weiteres Urlaubsland will nun Erleichterungen für Reisende auf den Weg bringen: In Dänemark soll für einige EU-Länder ab 25. Juni ein neues, objektives Modell gelten. Wenn ein Land weniger als 20 wöchentliche Neuerkrankte pro 100 000 Einwohner aufweisen kann, dürfen die Bürger nach Dänemark einreisen. Diese Kriterien würden aktuell alle europäischen Länder (inklusive Großbritannien) außer Schweden und Portugal erfüllen.

Für deutsche Urlauber ändert sich allerdings nichts: Schon jetzt ist die Einreise möglich, wenn eine Buchung für mindestens sechs Nächste bei der Einreise vorgewiesen werden kann.

Reisen trotz Corona: Erneut steigende Zahlen in Italiens Urlaubsregion Lombardei

Update, 12.33 Uhr: Für viele ist der Italien-Urlaub diesen Sommer schon greifbar nah - bereits Pfingsten haben Reisende aus Deutschlands Süden schon am Gardasee verbracht. Doch die neuesten Fallzahlen aus Italien dürften manche stutzig machen: Bereits seit einigen Tagen in Folge steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder an. Mit zuletzt 243 Neuinfektionen stark betroffen ist erneut auch die bereits schwer geplagte Region Lombardei - mit Mailand, dem Comersee, dem Lago Maggiore oder Mantua gehören viele bei Deutschen beliebte Reiseziele zu dieser Region.

Corona-Urlaub in der Türkei: Botschaft verärgert über Reisewarnung

Update vom 18. Juni, 8.17 Uhr: Die Türkei hat die Einstufung als Corona-Risikogebiet durch die Bundesregierung kritisiert. „Eine solche Einstufung stimmt unseres Erachtens auf keinen Fall mit der objektiven Sachlage überein und die Türkei verdient nicht eine solche Klassifizierung“, erklärte die türkische Botschaft in Berlin auf Anfrage der dpa. „Das Gleiche gilt selbstverständlich für die Reisewarnung.“

Urlaub auf Mallorca trotz Corona? Söder: „Ich hoffe sehr, dass der Ballermann...“

Update vom 17. Juni, 20.37 Uhr: Markus Söder äußert sich wiederholt besorgt über Party-Reisen nach Mallorca. Die Erfahrungen aus Österreich sitzen tief. „Ich hoffe sehr, dass der Ballermann kein zweites Ischgl wird“, zeigte sich der bayerische Landeschef zur beginnenden Sommerreisezeit alarmiert. 

Wintersportort Ischgl war zu Beginn des Jahres ein Zentrum der Corona-Ausbreitung in ganz Europa. In Deutschland wurde der Freistaat Bayern überdurchschnittlich heftig getroffen. Nicht wenige erklärten sich das unter anderem mit der großen Zahl bayerischer Ski-Urlauber.

Urlaub trotz Corona: Söder und Spahn warnen Deutsche vor Mallorca - bittere Nachricht für Türkei-Touristen

Update vom 17. Juni, 7.25 Uhr:Die Bundesregierung hat die Türkei zusammen mit 130 weiteren Ländern als Corona-Risikogebiet eingestuft. Auf der Liste, die bereits am Montag zum ersten Mal vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht wurde und nun regelmäßig aktualisiert wird, stehen auch andere beliebte Urlaubsländer der Deutschen wie Ägypten, Thailand und Marokko.

Einreisende aus einem Risikogebiet müssen damit rechnen, dass sie 14 Tage in Quarantäne müssen. Für diese Länder ist unter anderem deswegen eine Aufhebung der immer noch für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union geltende Reisewarnung nach jetzigem Stand kaum möglich.

Vor allem die Türkei, das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen nach Spanien und Italien, dringt auf eine Aufhebung dieser Reisewarnung und wirbt um deutsche Touristen. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavusoglu hatte sich vor wenigen Tagen enttäuscht über die Beibehaltung der Reisewarnung gezeigt.

Der Strand in Antalya ist leer - die Türkei gilt weiter als Corona-Risikogebiet.

Die Bundesregierung hatte die wegen der Corona-Pandemie verhängte weltweite Reisewarnung für Touristen am Montag für 27 europäische Länder aufgehoben. Für mehr als 160 Staaten außerhalb der EU besteht sie zunächst bis zum 31. August weiter, kann aber für einzelne Länder auch vorher aufgehoben werden. Für ein Risikogebiet ist das aber kaum denkbar.

Sommerurlaub trotz Corona: Spahn warnt Deutsche

Update vom 16. Juni 2020, 18.55 Uhr: Eigentlich scheint der Sommerurlaub für viele mittlerweile in greifbare Nähe rückt. Doch Bundesgesundheitsminister  Jens  Spahn (CDU) fordert die Deutschen nun auf, trotz der Aufhebung der Reisewarnung für 27 europäische Länder beim Reisen Vorsicht walten zu lassen. Jeder müsse sich überlegen, ob es jetzt eine weite Reise sein müsse, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im „Bericht aus Berlin“ der ARD

„Muss ich jetzt nach Lissabon, oder kann das vielleicht auch noch ein wenig warten“, fragte Spahn. Er verwies auf Ischgl in Österreich, von wo aus sich das Virus im Winter europaweit verbreitete. „Jetzt darf nicht Ballermann sozusagen das nächste Ischgl werden.“ Spahn erklärte weiter: „Party feiern - würde ich mal sagen - ist dieses Jahr weniger angesagt.“ Auch CSU-Chef Markus Söder äußerte sich ähnlich besorgt.

Sommerurlaub trotz Corona: Deutsche Touristen lösen Angst auf Mallorca aus 

Ursprungsartikel vom 16. Juni 2020: Mallorca - Es ist ein Moment auf dem viele gewartet haben. Die Urlaubsinsel Mallorca ist für deutsche Touristen wieder offen. Eine Woche vor der offiziellen Wiedereröffnung der spanischen Grenzen dürfen Mallorca-Fans in die Sommersaison 2020 eröffnen - allerdings unter Auflagen. 

Das Pilotprojekt löst auf Mallorca Freude, aber Sorgen aus. Viele Mallorquiner hätten große Angst davor, dass es auf der Insel wegen der Besucher zu einem Wiederaufflammen der Coronavirus-Krise komme, sagte Biel Barceló, der Präsident der Bürgerinitiative „Ciutat de s'Arenal“.

„Ich spreche hier mit vielen darüber. Einige brauchen Einnahmen und freuen sich, dass der Tourismus nach drei Monaten wieder langsam in Gang kommt, klar. Aber die Sorge ist weit verbreitet“, erzählt er am Dienstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Die Neuansteckungsraten* sind in Deutschland aktuell höher als bei uns auf den Balearen.“

Urlaub trotz Corona: Deutsche Urlauber lösen Angst auf Mallorca aus 

Den angekündigten Kontrollmaßnahmen vertraue man außerdem nicht unbedingt. „Angeblich will man die Touristen jeden Tag anrufen und fragen, ob sie Symptome haben, ich weiß nicht...“ Und nicht zuletzt seien bekanntlich die meisten Besucher aus Deutschland sehr party- und trinkfreudig, ein vorsichtiges Verhalten könne man eher nicht erwarten, meinte Barceló ebenso ironisch wie hörbar beunruhigt.

Mit einem Brandbrief hatte „Ciutat de s'Arenal“ Ende Mai das sogenannte „Pilotprojekt“ zu verhindern versucht. Die rund 40.000 Bewohner von s'Arenal östlich der Hauptstadt Palma, wo die berühmt-berüchtigte Partymeile und Deutschen-Hochburg „Ballermann“ liegt, dürften nicht als „unfreiwillige Versuchskaninchen“ missbraucht werden, Mallorca sei kein Themenpark und gehöre nicht nur den Hoteliers und Reiseveranstaltern, hieß es damals.

Kellner tragen auf Mallorca Mundschutz.

Corona: Tui-Flieger auf Mallorca gelandet

Das Projekt konnte man aber nicht verhindern. Am Montag - sechs Tage vor der spanischen Grenzöffnung am 21. Juni - landeten auf Mallorca die ersten zwei Tui-Flieger mit insgesamt knapp 400 Passagieren. Insgesamt 10.900 werden auf den Balearen im Rahmen des Projekts erwartet. An sie, die vorwiegend am Ballermann unterkommen und Urlaub machen werden, richtet Barceló eine Warnung und einen Appell: „Dieses Virus tötet!“ Und: der „Sauftourismus“ und die Exzesse, die man seit Jahren bekämpfe, seien „heute inakzeptabler denn je“.

Für die Party-Insel Mallorca gibt es derweil schlechte Nachrichten. Obwohl wieder deutsche Touristen für eine Art Testphase einreisen dürfen, bleiben die Klubs am Ballermann geschlossen.

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dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Clara Margais

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