In Indonesien: Todesstrafe für Ehebruch

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Menschenrechtsorganisationen haben das neue Gesetz scharf kritisiert.

Banda Aceh - In der indonesischen Provinz Aceh gelten ab sofort harte Strafen für Ehebruch: Verheiratete Fremdgeher werden künftig zu Tode gesteinigt, unverheiratete bekommen 100 Stockschläge.

Ein entsprechendes Gesetz wurde am Montag vom Regionalparlament der halbautonomen Provinz einstimmig angenommen und soll binnen 30 Tagen in Kraft treten. Auf Homosexualität stehen demnach bis zu 100 Stockhiebe sowie eine Geldstrafe im Wert von maximal 1.000 Gramm Feingold oder bis zu 100 Monate Gefängnis. Für Pädophilie beträgt die Strafe bis zu 200 Stockhiebe und 2.000 Gramm Gold oder bis zu 200 Monate Gefängnis. Vergewaltiger müssen mit mindestens 100 und maximal 300 Stockschlägen rechnen sowie mit einer Haftstrafe zwischen 100 und 200 Monaten.

Menschenrechtsorganisationen haben das neue Gesetz scharf kritisiert. Die Verabschiedung erfolgte zwei Wochen vor der konstituierenden Sitzung des neuen Parlaments, in der die moderate Aceh-Partei das Sagen hat. Beobachtern zufolge wollte die derzeitige Mehrheit konservativer Muslime, die bei den jüngsten Regionalwahlen eine schwere Niederlage erlitten, das Gesetz noch schnell durchpeitschen. ap

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