32 Tote in Afghanistan - Karsai reist zu Obama

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Will in den USA auf gut Wetter machen: Hamid Karsai.

Kabul - Bei Gefechten und Anschlägen sind in Afghanistan mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen, darunter ein NATO-Soldat.

Der Soldat der Internationalen Schutztruppe ISAF wurde nach Angaben der NATO am Sonntag im Süden des Landes bei einem Angriff der Taliban getötet. Seine Nationalität wurde nicht mitgeteilt.

Wie ein afghanischer Armeesprecher mitteilte, enthaupteten am Sonntag Kämpfer der radikal-islamischen Taliban in der westlichen Provinz Herat vier Angehörige einer regierungstreuen Stammesmiliz. Den Angaben zufolge hatten sich die Männer einem Selbstmordkommando der Extremisten in den Weg gestellt, das eine US-Militärbasis attackieren wollte. Anschließend hätten afghanische und amerikanische Soldaten zehn der Angreifer getötet.

Bei weiteren Gefechten in der südlichen Unruheregion seien drei afghanische Soldaten und sechs Aufständische um Leben gekommen, berichtete das Verteidigungsministerium in Kabul. Sechs Zivilisten starben in der Nacht zum Samstag in der südlich der Hauptstadt gelegenen Provinz Logar, als neben ihrem Auto eine Bombe explodierte. Das teilte die Provinzregierung mit. In der Nachbarprovinz Wardak wurde zudem der Konvoi einer privaten Sicherheitsfirma mit einem Sprengsatz angegriffen. Nach offiziellen Angaben blieben die Wachleute unverletzt, erschossen aber einen Dorfbewohner, als sie nach dem Anschlag um sich schossen. Ein weiterer Zivilist starb bei einer Bombenexplosion in Kundus.

Unterdessen wurde bekannt, dass Präsident Hamid Karsai an diesem Mittwoch in Washington mit US-Präsident Barack Obama zusammentreffen wird. Bereits am Vortag ist ein Gespräch mit Außenministerin Hillary Clinton geplant.

Beobachter werten die Visite als Versöhnungsbesuch, da Karsai kürzlich mit mehreren Aussagen Ärger bei der US-Regierung ausgelöst hatte. Zunächst behauptete er, hinter den Manipulationen bei der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr hätten ausländische Kräfte gesteckt. Dann machte er den Start einer US-Großoffensive gegen die Taliban in Kandahar von der Zustimmung örtlicher Stammesführer abhängig. Zudem wehrte sich der afghanische Präsident massiv gegen Kritik an seiner Amtsführung aus dem Westen. Die USA hatten anschließend damit gedroht, den Staatsbesuch abzublasen. Falls Karsai weiterhin derart ärgerliche Bemerkungen mache, müsse man eine Absage prüfen, hieß es Anfang April in Washington.

Der stellvertretende nationale Sicherheitsberater Ben Rhodes sagte dazu am Freitag: “Es gibt gelegentlich in diesen Beziehungen ein Auf und Ab - wie in allen anderen Beziehungen.“

dpa

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