Chaos nach heftigen Regenfällen

Unwetter in Italien: Deutsche Wandergruppe war tagelang vermisst - und ist nun sicher geborgen

Nach heftigen Unwettern herrscht in Norditalien an der Grenze zu Frankreich Chaos. Der italienische Zivilschutz sucht nach Vermissten. Unter ihnen sollen auch Deutsche sein.

  • Schwere Unwetter haben in der Nacht auf Samstag Norditalien getroffen.
  • Nach heftigen Regenfällen wurden Häuser weggerissen und Straßen überflutet.
  • Der italienische Zivilschutz sucht nach Vermissten, darunter befanden sich auch Deutsche.

Update vom 4. Oktober, 16.32 Uhr: Gute Nachrichten aus Italien. Nachdem am Samstag bereits die ersten in den Bergen vermissten Deutschen gefunden werden konnte, wurde offenbar auch die zweite Gruppe sicher geborgen.

Wie das italienische Portal ideawebtv.it berichtet, seien die sechs Personen (fünf Männer, eine Frau), „sicher und in relativ gutem Zustand“ ins Tal gebracht worden. Die Bergsteiger waren seit Montag im Gesso-Tal unterwegs. Nachdem sie sich nicht wie vereinbart bei ihrem Hotelier gemeldet hatten und sich die Wetterlage vor Ort drastisch verschlechterte, wurden die Behörden eingeschaltet.

Unwetter in Italien: erste Entwarnung in den Bergen - vier deutsche Vermisste gefunden

Update vom 3. Oktober, 21 Uhr: Vier nach Unwettern in Italien vermisste Deutsche sind gefunden worden, berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den italienischen Zivilschutz. Es handle sich um die Großeltern mit ihren beiden Enkeln. Insgesamt seien 21 von 22 Vermissten in der Nähe des Tenda-Passes auf der französischen Seite der Grenze entdeckt worden, sagte eine Sprecherin des italienischen Zivilschutzes am Samstagabend der Nachrichtenagentur. Darunter seien auch zwei Deutsche mit ihren in Italien lebenden Enkelkindern. Mit Hubschraubern würden die 21 Vermissten nun in das italienische Limone gebracht. Ein Mann in Italien wird demnach noch vermisst, nachdem er mit seinem Fahrzeug von den Wassermassen fortgerissen worden war. Bisher sind bei dem Unwetter in Italien zwei Menschen ums Leben gekommen.

Die italienische Provinz Piemont hat inzwischen den Ausnahmezustand ausgerufen. Das twittert der Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio.

Nach Unwetter in Italien: Deutsche beim Trekking vermisst - Großeltern und Enkel in Grenzregion unter Vermissten

Erstmeldung vom 3. Oktober 2020

Turin - Wassermassen haben verheerende Schäden in Norditalien angerichtet. Extreme Regenfälle haben Straßen überflutet, Erdrutsche verursacht und Häuser einfach weggerissen. Mehrere Menschen werden vermisst. Besonders in der norditalienische Region Piemont herrscht Ausnahmezustand. In den Provinzen Cuneo, Vercelli und Biella werden nach Angaben der Behörden zunächst 22 Menschen vermisst. Ein 36-Jähriger sei in der Gegend von Vercelli tot geborgen worden. Das seien im Moment die Zahlen, die sich aber ständig, sagte Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio, gegenüber Sky TG24.

Nach Unwetter in Italien und Frankreich - Deutsche Trekkinggruppe vermisst

Unter den Vermissten sollen auch Deutsche sein, berichten Medien. Eine deutsche Trekkinggruppe habe sich zunächst nicht bei einem Hotelier gemeldet. Er sollte sich nach einer mehrtägigen Tour bei Terme di Valdieri abholen.

Wie die italienische Zeitung La Stampa berichtet, handelt es sich um sechs Deutsche. Nach Angaben des Hoteliers ist die Gruppe seit Montag im Gesso-Tal unterwegs. Die Lage sei zwar gerade kritisch dort, aber seine Gäste hätten erst eine Rückkehr für Sonntag vereinbart.

„Vermisst“ wäre seiner Auffassung nach nicht der richtige Begriff, betont der Hotelier in einem Interview gegenüber La Stampa. Sie wüssten gar nicht, dass nach ihnen gesucht werde. Es gebe keinen Kontakt. Außerdem sei die Mobilfunk-Abdeckung in den Bergen sei sehr schlecht. „ Das ist die wahre Tragödie dieser Berge“, sagt er gegenüber der Zeitung. Die Deutschen sollen auf einer speziellen Foto-Tour durch die Berge sein. Es gebe keinen festen Zeitplan, um Aufnahmen von der unberührten Natur zu machen. Ein freiberuflicher Fotograf, der in Bayern lebt, führt die Truppe an, erzählt der Gastgeber weiter. Sie sollen sehr gut ausgerüstet sein, könnten sich versorgen. Es seien keine Menschen, die sich in gefährliche Gebiete wagen. Auf jeden Fall fährt der Hotelier nach eigenen Angaben zum vereinbarten Treffpunkt, um die Gruppe, wie geplant mit dem Auto abzuholen, falls die sechs nicht schon vorher aufgespürt werden.

Heftige Unwetter haben die Grenzregion zwischen Südfrankreich und Norditalien getroffen.

Chaos nach Unwetter in Italien und Frankreich: Großeltern und Enkelkinder vermisst

Vier weitere Deutsche werden in der Alpenregion zwischen Italien und Frankreich vermisst. Es handle sich dabei um Großeltern mit ihren beiden Enkelkindern, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Das habe eine Sprecherin des Zivilschutzes bestätigt. Die Vermissten hätten aber italienisch klingende Namen. Weitere Details sind zunächst unbekannt.

Unwetter in Italien - Alarmstufe „Orange“

Die Unwetterlage in Italien bleibt angespannt. Starkregen, Gewitter mit Hagel und starken Windböen kündigen sich an. Das italienische Ministerium für Katastrophenschutz hat eine neue Unwetterwarnung für Regionen in Italien herausgegeben. Schon am Sonntagmorgen kann es demnach im Piemont erneut heftig regnen. Auch in der Lombardei, in der Emilia-Romagna, in Ligurien und in der Toskana kommt einiges vom Himmel. An der Küste zieht Sturm auf. (ml)

Rubriklistenbild: © Photo by STRINGER / ANSA / AFP

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