Raumsonde beobachtet Jupiter seit 2016

NASA-Raumsonde stellt erstmals Lichtereignisse am Jupiter fest - Wissenschaftler sagten Phänomen voraus

Die NASA-Raumsonde Juno erforscht den Gasplaneten Jupiter aus einer polaren Umlaufbahn.
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Die NASA-Raumsonde Juno erforscht den Jupiter aus einer polaren Umlaufbahn und fing dabei atemberaubende Bilder ein.

Seit vier Jahren beobachtet eine NASA-Raumsonde den Jupiter. Dabei wurden nun erstmals die farbenfrohen elektrischen Ausbrüche des Planeten eingefangen.

  • Dank der Raumsonde Juno, die den Jupiter umkreist, machte die NASA aufregende Entdeckungen.
  • Farbenfrohe, millisekundenlange Lichtereignisse konnten erstmals beobachtet werden.
  • Wissenschaftler sagten dieses Phänomen voraus, nun ist es bestätigt worden.

Washington DC - Die NASA machte in der vergangenen Woche eine außergewöhnliche Entdeckung: dank der Juno-Raumsonde konnten blitzartige Ausbrüche am Gasplaneten Jupiter festgestellt werden, die als vorübergehende Lichtereignisse bezeichnet werden. Genauer gesagt werden die leuchtenden Strahlen „Elfen“ genannt, die quallenförmigen Blitze heißen „Kobolde“ (engl. „Sprites“).

Neue NASA-Entdeckung: Forscherin Rohini Giles erklärt Durchbruch - „insgesamt 11 Blitze gefunden“

Von jenen bunten Blitzen von blitzartiger Elektrizität wurden nun Aufnahmen angefertigt, die hoch in Jupiters Atmosphäre entstanden. Die Raumsonde umkreist seit 2016 den Jupiter und sammelt seitdem Bildaufnahmen im ultravioletten Licht, beim Auswerten der Bilder fiel den Wissenschaftlern kürzlich das Phänomen auf. „Bei der Zusammenstellung dieser Bilder haben wir festgestellt, dass wir gelegentlich diese überraschenden, kurzlebigen, hellen Blitze gesehen haben“, meinte Rohini Giles, vom Juno-Teams, bei der Pressekonferenz am Dienstag.

Die Forscherin fügte hinzu, dass man angesichts der Beobachtung „alle Daten durchsucht“ habe, die in den vergangenen vier Jahren der Mission aufgenommen wurden. Dabei hat das Forscherteam „insgesamt 11 Blitze mit sehr ähnlichen Eigenschaften gefunden.“ Jeder dieser Ausbrüche dauerte jeweils nur wenige Millisekunden. Am Dienstag wurde zudem im im Journal of Geophysical Research: Planets eine neue Studie zu den Blitzen veröffentlicht.

Neue NASA-Entdeckung: Lichtereignisse erscheien blau oder rosa - auch in Erdatmosphäre treten sie auf

Die beobachteten Phänomene - die quallenförmigen „Kobolde“ und die leuchtenden „Elfen“ treten auch bei Gewitter in der oberen Erdatmosphäre auf. Erstmals wurden sie 1989 dokumentiert, doch bis vor der jüngsten NASA-Entdeckung gab es noch keine Beweise für außerirdische „Kobolde“ oder „Elfen“. Wissenschaftler sagten damals voraus, dass Planeten wie der Jupiter, die Blitze produzieren können, diese Lichtereignisse ebenfalls erzeugen würden. Nun wurden diese Theorien bewiesen.

„Auf der Erde erscheinen Sprites und Elfen aufgrund ihrer Wechselwirkung mit Stickstoff in der oberen Atmosphäre rötlich“, so die Forscherin Giles. „Aber auf Jupiter besteht die obere Atmosphäre hauptsächlich aus Wasserstoff, sodass sie wahrscheinlich entweder blau oder rosa erscheinen.“ Die Lichtphänomene treten dann auf, wenn ein Blitzschlag ein größeres „quasi-elektrostatisches Feld“ erzeugt.

„Jetzt, da wir wissen, wonach wir suchen, wird es einfacher sein, sie am Jupiter und auf anderen Planeten zu finden“, sagt Giles. Mann könne dank der Beobachtungen vom Jupiter Vergleiche mit der Erde anstellen, um „die elektrische Aktivität in Planetenatmosphären besser verstehen“ zu können. (ajr) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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