Begleitsterne mit bloßem Auge erkennbar

Schwarzes Loch in Erdnähe entdeckt: Es verhält sich sonderbar - Forscher in Aufruhr 

Weltall-Forscher haben ein neues schwarzes Loch in Erdnähe entdeckt - per Zufall: Es verhält sich sonderbar - seine Begleiter kann man von der Erde aus sehen.

  • Astronomen entdecken ein schwarzes Loch - per Zufall.
  • Es liegt so nah an der Erde wie kein anderes schwarzes Loch.
  • Doch das ist nicht die einzige Besonderheit an der Entdeckung.

Garching/Chile - Wenn Astronomen von einer „räumlichen Nähe“ sprechen, dann meinen sie damit eine ganz besondere Art von Nähe - die meist unvorstellbar für Nichtforscher ist.

Doch die Neuentdeckung eines Forscherteams rund um die European Southern Observatory (ESO) aus Garching bei München dürfte auch bei Nicht-Astronomen Faszination auslösen. Sie ist nur 1.000 Lichtjahre entfernt - während unser gesamte Galaxis immerhin eine Ausdehnung von100.000 Lichtjahren umfasst. Und außerdem handelt es sich bei der Entdeckung um etwas, das die Menschheit schon länger fasziniert: Ein schwarzes Loch.

Schwarzes Loch im Weltall in Erdnähe: Das überraschte selbst die Forscher

Eigentlich habe das Team ein Doppel-Stern-System mit dem Namen HR 6819 untersuchen wollen - doch dann staunten die Forscher nicht schlecht, als sie ein drittes Objekt in diesem System erkannten: Ein schwarzes Loch.

Und dann machten sie gleich noch eine Erkenntnis, die sie in Staunen versetzte: Während andere bekannte schwarze Löcher sich mittels starker Röntgenstrahlen meist mit ihrer Umgebung interagieren, verhält sich dieses schwarze Loch völlig ruhig. Und das dürfte der Ausgangspunkt weiterer Forschungen und - wahrscheinlich - neuer Entdeckungen im Universum sein.

Schwarzes Loch in Erdnähe entdeckt: Forscher suchen jetzt nach ähnlichen Konstellationen im Universum

Viermal die Masse unserer Sonne hat das unsichtbare Objekt - das ist auch einer der Faktoren, die die Forscher jetzt auf die Spur von weiteren schwarzen Löchern bringen sollen. 

Die beiden Begleitsterne sind von der Südhalbkugel sogar mit bloßem Auge erkennbar, berichten die Forscher. Dazu muss die Nacht aber klar sein. Thomas Rivinius, der zum in Chile basierten Teil des Teams gehört, sagt: „Jetzt, wo wir wissen, wonach wir suchen, sollten wir in einer besseren Position sein.“ Die Forscher vermuten, dass es nochhunderte Millionen solcher schwarzer Löcher geben könnte. Denn in der Milchstraße müssen noch viel mehr Sterne über die Zeit in solche schwarzen Löcher kollabiert sein, als sie aufhörten zu existieren.

mmtz

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Carl Knox/OzGrav ARC

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