New York: Imam im Moscheestreit kompromissbereit

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Der New Yorker Imam Feisal Abdul Rauf.

New York - Der New Yorker Imam Feisal Abdul Rauf hat im Streit um den Bau eines islamischen Gemeindezentrums in der Nähe von “Ground Zero“ erstmals Kompromissbereitschaft angedeutet.

Bei einer Pressekonferenz sagte er am Montag: “Wir ziehen alle Optionen in Betracht, um die Krise zu beenden.“ Alle Möglichkeiten seien “auf dem Tisch“. Er suche nach der “bestmöglichen Lösung“.

Ground Zero wird der Ort des Terroranschlags auf das World Trade Center am 11. September 2001 genannt. Kritiker verlangen von den Muslimen, das Bauvorhaben an einen anderen Ort zu verlegen. Sie werfen der Gemeinde vor, keine Rücksicht auf die Gefühle der Opferfamilien zu nehmen. Islamistische Terroristen hatten mit ihren Anschlägen vor neun Jahren fast 3000 Menschen getötet. Unter ihnen waren auch zahlreiche Muslime, wie Rauf in Erinnerung rief.

Er habe die Kontroverse um den Standort etwa 200 Meter entfernt von dem ehemaligen World Trade Center nicht vorausgesehen, bekannte der Imam. Sonst wäre er anders vorgegangen. Die Frage, ob er das umstrittene Projekt überhaupt noch verwirklichen wolle, beantwortete Rauf mit einem “kategorischen Ja“.

Imam: Kampf gegen religiöse Extremisten

Der Imam hatte nach den Anschlägen die so genannte Cordoba Initiative gegründet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Brücken zwischen den Religionen zu spannen. Die Initiative will die Kontakte zwischen Muslimen, Christen und Juden in dem neuen Gemeindezentrum herstellen. Es soll Konferenzräume, Sporthallen, ein Schwimmbad und Gebetsräume anbieten.

Der Imam mahnte den Westen, von seinem Feindbild abzurücken: Über 99 Prozent der Muslime weltweit verurteilten den islamistischen Terror. “Wir Muslime sind dessen größte Opfer“, sagte Rauf unter Bezug auf Selbstmordanschläge im Irak, in Afghanistan und in Ägypten. Er appellierte an Christen und Juden, die gemäßigten Muslime zu unterstützen. “Die Fronten liegen nicht zwischen den verschiedenen Religionen“, sagte er. “Der wahre Kampf muss von den gemäßigten Mitgliedern aller Religionen gegen die radikalen Extremisten aller Religionen geführt werden.“

dpa

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