Opern für Kühe - bessere Milch von glücklichen Tieren?

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Geben glücklichere Kühe die bessere Milch? Das wollte jetzt ein englischer Bauer herausfinden.

London - Geben glückliche Kühe bessere Milch? Ein englischer Bauer will der Frage auf den Grund gehen und ließ einen italienischen Opernsänger vor seiner Herde auftreten.

Sänger Marcello Bedoni trug den Milchkühen in der Grafschaft Lancashire eine Auswahl seiner Lieblings-Arien vor: Später sollte die Milch auf mögliche Geschmacksunterschiede untersucht werden, wie der britische Sender BBC berichtete.

Milchbauer Bobby Gill verspricht sich von dem Experiment einen besseren Geschmack von Speiseeis, das aus der Milch seiner Kühe hergestellt wird. “Wir haben Marcello geholt, damit er den Kühen etwas vorsingt, so dass sie bessere Milch geben. Das entspannt und hilft, das Leben zu genießen“, sagte Bauer Gill mit Blick auf seine Kühe. Sänger Bedoni ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen. “Das war ein tolles Publikum.“

Bei seinem Auftritt, den eine Eiscreme-Firma organisiert hatte, stand der Säger im Smoking, weißen Hemd und Fliege auf einem Heuballen, und strich hier und da beim Singen einer der Kühe über den Rücken oder den Kopf. Die Tiere zeigten sich zumindest nach außen hin unbeeindruckt und fraßen einfach weiter.

Der Molkerei-Experte des Bauernverbands, Hayley Campbell-Gibbons, unterstützte den Test. “Sanfte Klänge oder Musik können Stress reduzieren und zur Entspannung beitragen und eine gesunde, glückliche Kuh wird eher mehr Milch geben. Alles, was das fördert, kann nur gut sein.“ Sogar Wissenschaftler hatten sich schon mit dem Zusammenhang von Glück und Milchproduktion bei Kühen beschäftigt. Forscher der Newcastle Universität hatten herausgefunden, dass Kühe, die insgesamt mehr Zuneigung erfahren, auch die besseren Milchproduzenten sind. Demnach geben Kühe, die mit einem persönlichen Namen angesprochen werden, mehr Milch als ihre namenlosen Artgenossen. “Genauso wie Menschen stärker auf persönlichen Kontakt reagieren, fühlen sich auch Kühe wohler und entspannter, wenn man ihnen ein bisschen mehr Aufmerksamkeit schenkt“, hatte Studienleiterin Catherine Douglas bei der Veröffentlichung der Untersuchung Ende Januar gesagt.

Für die Studie waren 516 Milchbauern im Vereinigten Königreich nach ihrer Einstellung zum Verhalten und Wohlergehen der Kühe befragt worden. 46 Prozent sagten, sie gäben ihren Kühen Namen. Eine anschließende Datenauswertung zeigte, dass diese Kühe pro Jahr 258 Liter mehr Milch gaben als die Kühe ohne Namen.

dpa

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