Patienten sterben - Ermittlungen gegen Krankenschwester

Magdeburg - Weil während ihrer Dienstzeit die Zahl der Todesfälle zugenommen hat, wird eine Krankenschwester in Sachsen-Anhalt des Totschlags verdächtigt.

Im Zusammenhang mit zahlreichen Todesfällen auf der Intensivstation des Altmark-Klinikums Gardelegen in Sachsen- Anhalt ist eine Krankenschwester in das Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Gegen die Frau werde wegen des Verdachts auf Totschlag in mehreren Fällen ermittelt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Magdeburg mit.

Es gebe einen Anfangsverdacht, aber noch keinen dringenden Tatverdacht. Seit Beginn der Ermittlungen Mitte Februar werde die Krankenschwester auf einer anderen Station eingesetzt. Die Frau bestreite die Vorwürfe. Die Ermittler wollen nach eigenen Angaben die Leichen von vier Menschen exhumieren und obduzieren.

Anlass für die Ermittlungen ist die Zunahme der Todesfälle auf der Intensivstation in den vergangenen Jahren - 2006 seien 67 Menschen gestorben, im Jahr darauf 93 und im vergangenen Jahr 121 Menschen. In zahlreichen Fällen sei die unter Verdacht stehende Krankenschwester im Dienst gewesen.

Ein Gutachter habe empfohlen, 15 Todesfälle aus dem vergangenen Jahr zu untersuchen, sagte die Leitende Stendaler Oberstaatsanwältin Uta Wilkmann. Weil elf Leichen eingeäschert worden seien, blieben vier Fälle, denen jetzt intensiv nachgegangen werden solle. Mit einem Ergebnis sei in einigen Wochen zu rechnen.

dpa

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