Sterbehilfe: Staatsanwalt ermittelt gegen Krankenschwester

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Das Altmark-Klinikum in Gardelegen.

Gardelegen - Gegen ein Krankenschwester des Altmark-Klinikums in Gardelegen (Sachsen-Anhalt) ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft wegen eines Anfangsverdachts auf aktive Sterbehilfe.

Bereits im Februar dieses Jahres hatte Geschäftsführer Axel Burghardt die Staatsanwaltschaft darüber informiert, dass auf der Intensivstation in Gardelegen ein überproportionaler Anstieg der Sterberate vorliege. Während 2006 auf der Station 67 Patienten verstarben, waren es 2007 schon 93 und im vergangenen Jahr 121. Das berichtet die Allgemeine Zeitung.

"Wir haben uns die Statistik im Rahmen unseres Qualitätsmanagementes angesehen", so Burghardt. Dabei sei aufgefallen, dass eine Krankenschwester 2007 und 2008 etwa bei jedem zweiten Todesfall ihren Dienst versehen habe.

Nach Bekanntwerden dieser Fakten sei klar gewesen, "dass wir das intern nicht klären können", sagte der Geschäftsführer. Die Mitarbeiterin wurde zunächst beurlaubt und danach in eine Station versetzt, in der sie keinen Umgang mit Patienten hatte.

Ein eigenes Gutachten hatte indes auch das Altmark-Klinikum in Auftrag gegeben, betonte gestern dessen Rechtsanwalt Dr. Michael Bärlein. Dieses habe keine Anhaltspunkte ergeben, die auf ein Verbrechen hinwiesen.

Bärlein kritisierte auch fehlende Vergleiche hinsichtlich einer üblichen Biostatistik und zudem die Tatsache, dass die Beschuldigte noch nicht offiziell vernommen worden sei. Die Mitarbeiterin bestreitet die Vorwürfe, sagte Burghardt. Solange ihr keine Schuld nachgewiesen sei, gelte natürlich auch ihr gegenüber seine Fürsorgepflicht, betonte er.

Von Gesine Biermann

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