Zentralrat der Juden vom Papst enttäuscht

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Der Papst beim Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

Berlin - Der Zentralrat der Juden hat sich enttäuscht über den ersten Besuchstag von Papst Benedikt XVI. in Israel geäußert.

Die Enttäuschung sei vor allem dadurch entstanden, dass der Papst weder eine Distanzierung zu den Pius-Brüdern und ihrem Holocaust-Leugner Richard Williamson noch zur Aufforderung zur Judenmissionierung in der Karfreitagsfürbitte habe erkennen lassen, sagte die Zentralratsvorsitzende Charlotte Knobloch in den ARD-Tagesthemen. “Es ist ein Graben zwischen den Juden und dem Vatikan.“

Knobloch forderte den Papst auf, die Archive des Vatikans zu öffnen, damit das Verhältnis von Papst Pius XII. in der Nazizeit zu den Juden geklärt werden könne. Nötig ist aus ihrer Sicht zudem eine generelle Entschuldigung für die Verfolgung der Juden auch durch die katholische Kirche in früheren Jahrhunderten.

dpa

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