Arbeitgeber im Einzelhandel für Mindestlohn

Berlin - Der deutsche Einzelhandel mit seinen 2,9 Millionen Beschäftigten will für die Branche einen tariflichen Mindestlohn vereinbaren. Was die Arbeitgeber begrüßen und was sie ablehnen:

“Wir wollen kein Lohndumping im deutschen Einzelhandel“, teilte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Dienstag mit und schlug der Gewerkschaft Verdi vor, bald in Verhandlungen zu treten.

Ziel sei eine bundesweite, allgemeinverbindliche Entgeltuntergrenze für alle Tätigkeiten im Einzelhandel.

Die Gewerkschaft Verdi hält Verhandlungen für sinnvoll. “Die Beschäftigten müssen von ihrer Arbeit angemessen leben können“, sagte Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberg. Dumpinglöhne in einer der zentralen Dienstleistungsbranchen Deutschlands seien nicht länger hinnehmbar.Im Einzelhandel werden laut HDE gut zwei Drittel der Beschäftigten nach Tarif bezahlt. Verdi sieht branchenübliche Mindestlöhne nur als einen Schritt auf dem Weg zum gesetzlichen Mindestlohn. Der Rückhalt im Arbeitgeberlager müsse dafür groß genug sein, hob Nutzenberger hervor.

Genth betonte, die Arbeitgeberseite habe alle notwendigen Beschlüsse für Verhandlungen gefasst. Einen gesetzlichen Mindestlohn lehnt der Verband mit 100 000 Mitgliedsunternehmen aber ab. “Jede Branche muss selbstständig im Rahmen der Tarifpartnerschaft über einen Mindestlohn und dessen Höhe entscheiden können.“

dpa

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