Dow Jones und DAX in Corona-Krise

Corona-Krise: Trump verwirrt mit Tweet - Ölpreise spielen daraufhin verrückt

Die Pandemie des neuartigen Coronavirus hat massive Auswirkungen auf die Börsen. Der Ölpreis sinkt auf einen historischen Tiefstand. Der IWF rechnet mit einer schweren Rezession.

  • Die Coronavirus-Pandemie setzt die internationale Wirtschaft massiv unter Druck. 
  • Die Börsen reagieren nervös.
  • In Europa führen verschiedene Maßnahmen zu einer Entspannung.

Update vom 3. April: Ein Tweet von US-Präsident Donald Trump hat kurzzeitig den Ölpreis in die Höhe schnellen lassen - und für Verwirrung gesorgt. Trump twitterte am Donnerstag, er habe mit dem saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman gesprochen, der wiederum mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen habe. „Ich erwarte und hoffe, dass sie (die Ölproduktion) um 10 Millionen Barrel zurückfahren“, schrieb er. 

Die Notierung für Rohöl aus der Nordsee schoss daraufhin um etwa 25 Prozent und die für US-Rohöl um rund 20 Prozent nach oben. Nach einem Dementi der russischen Regierung und einer ausbleibenden Bestätigung aus Riad gaben die Preise schnell wieder nach. Aus Sicht von Marktbeobachtern ist eine Vereinbarung zwischen Russland und Saudi-Arabien nicht einfach zu erreichen. Für einen nachhaltigen Anstieg brauche es vielmehr eine fundamentale Änderung der Lage am Ölmarkt. Die Nachfrageschwäche im Zuge der Corona-Krise hält derweil an.

Corona-Krise: Angst vor dem Virus - Asiens Leitbörse in Tokio bricht ein, auch in Deutschland auf Talfahrt

Update 14.17 Uhr: Am deutschen Aktienmarkt haben sich die Kurse am Mittwoch im Zuge der Virus-Krise wieder auf Talfahrt begeben. Der Leitindex Dax gab zum Mittag um 2,7 Prozent auf 9667,31 Punkte nach. Noch am Dienstag hatte er es zwischenzeitlich über die Marke von 10.000 Punkten geschafft. Der MDax büßte am Mittwoch 2,7 Prozent ein auf 20 476,16 Punkte. Der EuroStoxx 50 verlor seinerseits rund 2,8 Prozent.

„Die Konsolidierung der vergangenen Woche könnte die Ruhe vor dem zweiten Sturm an der Börse gewesen sein“, kommentierte Marktexperte Milan Cutkovic von AxiTrader das Geschehen. Auch CMC-Marktexperte Jochen Stanzl sieht bereits einen möglichen Beginn einer zweiten Korrekturwelle.

Corona-Krise: Angst vor dem Virus - Asiens Leitbörse in Tokio bricht ein

Update vom 1. April, 12.20 Uhr: In der japanischen Großindustrie sorgt die Angst vor den Folgen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft erstmals seit Jahren für Pessimismus. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Quartalsumfrage („Tankan“) der Notenbank unter rund 10.000 Unternehmen des Landes hervorgeht, sank der darin ermittelte Stimmungsindex für die großen Produktionsunternehmen zum März erstmals seit Jahren ins Negative, und zwar von Null auf minus 8. Ein negativer Index bedeutet, dass die Pessimisten jetzt in der Mehrheit sind. In Japan gibt es wachsende Sorgen über eine neue Rezession.

Der von der BoJ alle drei Monate erstellte Bericht ist eine umfassende Mischung aus Konjunkturanalyse und Stimmungsbericht. In Reaktion darauf brach Asiens Leitbörse in Tokio erneut ein. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte sackte um heftige 851,60 Punkte oder 4,50 Prozent auf den Schlussstand von 18 065,41 Punkten ab.

Die Stimmung in der Industrie hat sich inzwischen im fünften Quartal in Folge eingetrübt. Und Besserung ist vorerst nicht in Sicht. Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt zu dämpfen, hat Ministerpräsident Shinzo Abe das „kühnste“ Konjunkturpaket aller Zeiten angekündigt. Unter anderem soll es Barmittel für in Not geratene Familien und kleine Firmen geben. Das geplante Konjunkturpaket soll noch größer ausfallen, als eines, das Japan während der globalen Finanzkrise 2008 geschnürt hatte. Dieses hatte damals ein Volumen von rund 57 Billionen Yen (480 Mrd Euro).

Corona-Krise: Schwere europäische Rezession erwartet - IWF sieht jetzt Euro-Länder im Vorteil

Update vom 30. März, 19.10 Uhr: Europas Wirtschaft steht nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr eine schwere Rezession bevor. Das sei angesichts der weitgehenden Stilllegung des öffentlichen Lebens inzwischen eine Gewissheit, schrieb der Direktor der IWF-Europa-Abteilung, Poul Thomsen, am Montag in einem Blogbeitrag. Für jeden Monat, in dem zahlreiche Branchen in den großen europäischen Volkswirtschaften weiterhin quasi stillstünden, würde die jährliche Wirtschaftsleistung um etwa drei Prozent niedriger ausfallen, schrieb er.

Europas Sozialsysteme sollte es gelingen, einen Teil der Auswirkungen abzufedern, obwohl sie nicht dafür konzipiert worden seien, „Bedürfnisse in dieser Größenordnung“ zu bedienen, schrieb Thomsen. Alle Länder müssten jetzt pro-aktiv und mutig gegensteuern, forderte er. Die Dauer der Corona-Krise in Europa sei noch nicht absehbar, eines aber sei klar:„Eine schwere Europäische Rezession in diesem Jahr ist eine ausgemachte Sache“, schrieb Thomsen.

Coronavirus: Mehr Hilfsanträge als je zuvor erwartet

Die Eurozone sei dafür besser aufgestellt dank der Interventionen der Europäischen Zentralbank und dem Plan, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) einzusetzen, hieß es weiter. Schwieriger sei es für EU-Länder, die nicht den Euro nutzten, und die Länder Osteuropas, die keine EU-Mitglieder seien, schrieb Thomsen. Von diesen bemühten sich bereits mehrere um Notkredite des IWF, erklärte er. Es gebe weltweit bereits mehr als 70 Länder, die sich um IWF-Hilfen bemühten. Die in Washington ansässige Organisation rechnet demnach in diesem Jahr mit mehr Hilfsanträgen als je zuvor.

Corona-Krise: Ölpreis auf historischem Tiefstand

Update vom 30 März, 7.15 Uhr: Die Ölpreise sind zum Wochenstart wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie deutlich gefallen. Der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent sackte dabei auf den tiefsten Stand seit November 2002 ab. Damals hatten die Ölpreise infolge der Terroranschläge am 11. September 2001 unter Druck gestanden. Auf der Angebotsseite herrscht aktuell zudem ein Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland, der die Ölpreise zusätzlich belastet.

Der Brent-Preis fiel am frühen Montagmorgen um bis zu knapp acht Prozent auf 23,03 Dollar und konnte sich zuletzt nur etwas erholen auf 23,50 Dollar. Damit gab der Kurs für Brent-Öl seit dem 24. Februar, als die rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus die Finanzmärkte voll erfasst hat, um knapp 60 Prozent nach.

Corona-Krise: Schlechte Nachrichten von der Börse - nächste Hiobs-Botschaft könnte folgen

Update vom 26. März, 22.05 Uhr:Beflügelt durch das US-Senatsvotum für ein gigantisches Coronavirus-Hilfspaket haben die Aktienkurse an der Wall  Street den dritten Tag in Folge zugelegt. Der US-Börsenindex Dow  Jones legte am Donnerstag um knapp 6,4 Prozent zu und lag bei Handelsschluss bei rund 22.552 Punkten. Der Technologie-Index Nasdaq gewann 5,6 Prozent.

Der Senat hatte am späten Mittwochabend angesichts der Coronavirus-Pandemie das mit einem Umfang von rund zwei Billionen Dollar größte Rettungspaket der US-Geschichte beschlossen. Es sieht massive Finanzhilfen für Beschäftigte, Arbeitslose, Unternehmen und Krankenhäuser vor. Das US-Repräsentantenhaus will die Maßnahmen am Freitag absegnen.

Update vom 26. März, 12.24 Uhr: Nach zwei starken Tagen haben Europas Börsen die Erholung abgebrochen. Das
große Konjunkturpaket der USA zur Stimulierung der Wirtschaft in Zeiten der Corona-Krise hat damit als Stütze für die Aktienmärkte zunächst ausgedient. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel gegen Mittag um 2,2 Prozent auf 2738 Punkte. In den vergangenen beiden Tagen hatte er sich um fast 13 Prozent deutlich erholt.

Am Mittag könnten Arbeitsmarktdaten aus den USA ein deutliches Signal geben, wie sehr die Wirtschaft dort durch das neuartige Coronavirus belastet wird. Veröffentlicht werden die wöchentlich erhobenen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. In den zurückliegenden Wochen hatte sich diese Zahl jeweils nur um einige Tausend Anträge verändert. In der Vorwoche stieg sie dann bereits um 70.000 stark an. Nun aber könnte die Zahl um Millionen nach oben schießen.

Laut dem Analysten Michael Hewson vom Broker CMC Markets droht eine „horrende“ Zahl von bis zu vier Millionen neuen Anträgen auf Arbeitslosenhilfe.

Corona-Krise: Dow Jones schießt nach erst oben - dann bröckeln die Gewinne wieder ab

Update vom 25. März, 22.10 Uhr: Die US-Börsen haben am Mittwoch an ihre beispiellose Rally vom Vortag angeknüpft. Die erwartete politische Einigung auf ein gigantisches Konjunkturpaket gegen die Corona-Krise stützte die Optimisten unter den Anlegern über weite Strecken. Allerdings bröckelten die kräftigen Tagesgewinne vor Handelsschluss ab, nachdem US-Senator Bernie Sanders über den Kurznachrichtendienst Twitter drohte, das Hilfspaket zu stoppen, falls nicht weitere Regelungen - etwa zugunsten von Arbeitern - mit aufgenommen würden.

Vor dem New York Stock Exchange nahe der Wall Street in New York

Der Dow Jones Industrial, der zuvor noch um bis zu 6 Prozent auf über 22 000 Punkte gestiegen war, ging daraufhin mit einem deutlich geringeren Plus von 2,39 Prozent auf 21 200,55 Punkte aus dem Tag. Am Dienstag hatte der US-Leitindex in einer rasanten Erholung das erwartete Hilfspaket bereits überwiegend vorweg genommen und war um 11,4 Prozent hochgesprungen. Solch einen enormen Tagesgewinn hatte es seit 1933 nicht mehr gegeben.

Corona-Krise: Dax erholt sich

Update vom 25. März, 18.00 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt hat nach dem Kurssprung am Dienstag weiter zugelegt. Allerdings verlief der Handel am Mittwoch nervös: So war der Leitindex Dax zunächst bis auf knapp 10 138 Punkte in die Höhe geschnellt, bevor er schnell wegen Gewinnmitnahmen unter Druck geriet und ins Minus rutschte. Am Ende jedoch berappelte sich das Börsenbarometer wieder und schaffte ein Plus von 1,79 Prozent auf 9874,26 Punkte.

Update vom 25. März, 11.04 Uhr: Die europäischen Börsen haben ihren Aufwärtstrend nach den drastischen Kurseinbrüchen infolge der Corona-Pandemie am Mittwoch fortgesetzt. Der Deutsche Aktienindex (DAX) stieg am Morgen wieder über die Marke von 10.000 Punkten und notierte gegen 9.30 Uhr um mehr als 3,5 Prozent im Plus. Auch an den Handelsplätzen in Paris und London gab es erneut Zuwächse.

Bereits am Dienstag hatten die Börsen angesichts massiver staatlicher Hilfen zur Bewältigung der Corona-Krise europaweit starke Zugewinne verzeichnet. Der Dax in Frankfurt am Main schloss mit einem Plus von fast elf Prozent zum Schlusskurs vom Vortag.

In den USA hatte der Dow Jones in Erwartung eines gigantischen US-Nothilfepaketes am Dienstag mit Zugewinnen von rund 11,4 Prozent den besten Tag seit fast 90 Jahren erlebt. Wenig später einigten sich der Senat und das Weiße Haus in Washington auf ein zwei Billionen Dollar (rund 1,87 Billionen Euro) schweres Nothilfepaket gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise.

Coronavirus-Krise: Dow Jones schießt nach oben - größter Tagesgewinn seit fast 90 Jahren

Update vom 24. März: Es ist für den US-Leitindex der stärkste Anstieg an einem Tag seit fast 90 Jahren: Der Dow Jones hat die heftigen Verluste einer ganzen Handelswoche an einem Tag wieder wett gemacht und den kräftigsten Tagesgewinn seit 1933 gemacht. An der New Yorker Wall Street gewann das Börsenbarometer am Dienstag etwa 11,4 Prozent und stieg auf etwa 20.705 Punkte an. 

Auftrieb gaben zuversichtliche Aussagen von US-Senatoren, dass ein gewaltiges Konjunkturpaket gegen die Folgen der Coronavirus-Krise kurz vor der Verabschiedung stehe. Medienberichten zufolge sollen mindestens 1,5 Billionen Dollar (1,4 Billionen Euro) in die Wirtschaft gepumpt werden. 

Coronavirus-Krise: Neuer Rückschlag für den Dax - Börse schon wieder auf Talfahrt

Update vom 23. März, 12.15 Uhr: Die hohe Unsicherheit rund um die Coronavirus-Pandemie hat am Montag den deutschen Aktienmarkt erneut auf Talfahrt geschickt. Der zweitägige Stabilisierungsversuch vor dem Wochenende ist damit vorerst wieder verflogen. Aktuell beunruhigen vor allem parteipolitische Querelen in den USA die Anleger. Der Dax sackte bis zur Mittagszeit um 2,99 Prozent auf 8661,76 Punkte ab, womit die Verluste sich seit Handelsauftakt etwas verringerten.

Seit die Virus-Panik vor vier Wochen die Börsen weltweit auf Talfahrt schickte, hat der deutsche Leitindex bald 40 Prozent eingebüßt. Sein im Februar erreichtes Rekordhoch bei knapp unter 13 800 Punkten ist inzwischen in weiter Ferne.

Corona: Kurs auf Entspannung - Europas Börsen legen zu

Update vom 20. März, 14.18 Uhr: Die europäischen Börsen haben am Freitag deutlich zugelegt. Die Stabilisierungsansätze am Vortag weiteten sich damit zu einer Erholung auf die schweren Verluste der Vorwochen hin aus. Notfallmaßnahmen der Europäische Zentralbank (EZB) hatten die Märkte am Donnerstag etwas beruhigt. Gewinne in den USA und Asien sorgten nun für die notwendigen Vorgaben einer Gegenbewegung. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 5,52 Prozent auf 2389,45 Punkte vor.

Marktstratege Neil Wilson von Safecap investments sprach in einem Kommentar von ersten positiven Signalen. „Das gesamte Ausmaß der ökonomischen Folgen ist noch unbekannt, aber die Märkte blicken weg von den aktuellen Gegebenheiten und preisen 2021 bis 2022 bereits ein“, so Wilson. Die Unsicherheit bleibe gleichwohl hoch, was auch in den starken Schwankungen zum Ausdruck komme.

Auch an den großen europäischen Einzelbörsen ging es nach oben. Der französische Cac 40 legte zuletzt um 6,02 Prozent auf 4087,61 Zähler zu, während der Londoner FTSE 100 um 2,93 Prozent auf 5303,07 Zähler kletterte.

Die Entspannung dokumentierte sich auch darin, dass mit dem Stoxx 600 Travel & Leisure der Sektor am stärksten kletterte, der unter den Auswirkungen der Corona-Krise am stärksten zu leiden hat. Aber auch andere der zuletzt gebeutelten Branchen wie etwa der Bausektor und die Ölwerte waren gesucht. Letztere profitierten naturgemäß von der Erholung des Ölpreises. 

Ein Experte spricht von der Corona-Krise indes als dem "größten Wirtschafts-Schock des 21. Jahrhunderts".

Coronavirus in der Wirtschaft: US-Börse auf Talfahrt - EZB überrascht mit Notprogramm

Update vom 19. März, 21.32 Uhr: Nach der jüngsten Verlustserie haben sich die US-Aktienmärkte am Donnerstag mit einer zarten Stabilisierung zurückgemeldet. Die angespannte Lage durch die Corona-Pandemie verhindert allerdings weiterhin eine nachhaltige Erholung. Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss 0,95 Prozent fester bei 20 087,19 Punkten. Im frühen Handel war der US-Leitindex noch um mehr als 3,5 Prozent abgesackt, hatte danach aber auch um bis zu 2,7 Prozent zugelegt

15.27 Uhr: Auch am Donnerstag haben die US-Aktienmärkte den Rückwärtsgang eingelegt. Die angespannte Lage durch die Corona-Pandemie verhindert weiterhin eine nachhaltige Erholung. Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor im frühen Handel zuletzt 3,17 Prozent auf 19 268,01 Punkte, nachdem er bereits am Mittwoch mehr als 6 Prozent eingebüßt hatte.

Der marktbreite S&P 500 fiel am Donnerstag zuletzt um 2,79 Prozent auf 2331,12 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gab um 1,28 Prozent auf 7083,36 Punkte nach.

Börsen-Einbruch wegen Corona: Wall Street zieht drastische Konsequenz - Notenbanken starten Notkaufprogramm

Update vom 19. März, 11.31 Uhr: Von kommenden Montag an wird die New Yorker Börse nur noch elektronisch gehandelt. Da sei ein vorsorglicher Schritt. Technische Schwierigkeiten soll es nicht geben: Man sei komplett darauf vorbereitet, nur noch elektronisch zu handeln. Zuvor waren zwei bestätigte Corona-Infektionen an derWall Street bekannt geworden.

In der Nacht zum Donnerstag hatten außerdem die Europäische Zentralbank (EZB) und die japanische Notenbank ein Notkaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen angekündigt. Die Höhe des Notkaufprogramms der EZB wird bei 750 Milliarden Euro liegen. Zugleich stoppten die Ölpreise ihre Talfahrt - ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete mit 26,29 US-Dollar wieder 1,41 Dollar mehr als am Vortag.

Analysten zufolge dürfen die jüngsten Entwicklungen noch nicht als Stabilisierung gewertet werden. Während defensive Aktien aus dem Nahrungsmittelsektor gefragt sind, zählte der Reisebereich erneut zu den Verlierern.

Update vom 18. März, 15.04 Uhr: Nach einer kurzen Erholung folgt an den US-Aktienmärkten Ernüchterung. Auch am Mittwochnachmittag ist der Handel wieder in den Crash-Modus gewechselt. Der Leitindex des Dow Jones Industrial stürzte gleich nach Handelsstart unter die Marke von 20.000 Punkten. Zuletzt notierte er noch 5,72 Prozent tiefer bei 20 022,08 Zählern, nachdem er am Dienstag um rund 5,2 Prozent gestiegen war.

Der marktbreite S&P 500 verlor am Mittwoch zuletzt 5,49 Prozent auf 2390,25 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gab um 4,55 Prozent auf 7134,11 Punkte nach.

Die Zahl der Infizierten weltweit steigt, wann folgt der langersehnte Impfstoff? Nun könnte Forschern schon bald der Durchbruch gelingen.

Coronavirus-Pandemie: Schnelle Hilfen für die Wirtschaft sind gefragt

Update vom 18. März: Am gestrigen Dienstag zeigten sich sowohl der deutsche Leitindex DAX als auch der US-Börsenindex Dow Jones nach dem Einbruch vom Montag etwas erholt. Der Dow Jones erreichte wieder einen Punktestand von 21 237,31 Punkten und  schloss damit mit einem Plus von 5,19 Prozent. Weiter bergab ging es demnach besonders für Fluggesellschaften. Um sieben Prozent stieg dagegen dieAktie von Amazon - der Onlinehändler hatte angekündigt, wegen der gestiegenen Nachfrage 100 000 neue Stellen zu schaffen. 

Schlechtere Nachrichten gibt es unterdessen vom Deutschen Aktienindex DAX am heutigen Mittwoch: Nachdem sich der DAX gestern ebenfalls etwas erholt hatte, sackt er am Vormittag um gut fünf Prozent auf 8479,55 Punkte ab.

Die Wirtschaft braucht schnelle Hilfe - anders als in der Finanzkrise, fordert ein ARD-Kommentar.

Erstmeldung vom 17.03.2020:  New York - Die Angst vor der massiven Verbreitung des Coronavirus* steigt. Weltweit werden immer mehr Fälle gemeldet. Auch in den USA, wo erst kürzlich mit flächendeckender Testung begonnen wurde, droht ein exponentieller Anstieg der Infektionen. Und diese Bezeichnung versteht man an der Börse, wo man gerne exponentielle Anstiege hätte - nur eben lieber im Wert der Handelspositionen. Die Pandemie kann offenbar nur mit drastischen Einschränkungen des öffentlichen Raums abgeflacht werden. Sollte das nicht gelingen, droht eine dramatische Überlastung des Gesundheitssystems

Coronavirus-Pandemie: Schlimmste Börsenverluste seit 1987

Die wirtschaftlichen Folgen der Verbreitung und der vorbeugenden Maßnahmen sind in ihrer Gesamtheit kaum abzusehen - aber schon jetzt ist klar: Unzählige Unternehmen verlieren bereits Millionen. Und das hat dramatische Folgen für den Finanzmarkt und Aktienhandel. Die Verunsicherung hat den US-Aktienmärkten am Montag die schlimmsten Verluste seit dem „schwarzen Montag“ im Jahr 1987 eingebrockt. 

Coronavirus-Pandemie hat Auswirkungen auf die US-Börse

Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Verlust von fast 3000 Punkten oder 12,93 Prozent bei 20 188,52 Zählern. Damit endete der US-Leitindex auf dem tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Am Freitag war der Dow noch um gut neun Prozent gestiegen, hatte damit auf Wochensicht aber immer noch einen Verlust von mehr als zehn Prozent verbucht.

Der marktbreite S&P 500 verlor am Montag 11,98 Prozent auf 2386,13 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 12,19 Prozent auf 7020,38 Zähler nach unten.

Zu weiterer Verunsicherung führten die Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump. Am Montag hatte er die Befürchtung geäußert, die US-Wirtschaft könne in eine Rezession schlittern. Er rief alle Amerikaner auf, im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in den kommenden zwei Wochen auf nicht notwendige Reisen und auf Besuche von Bars und Restaurants zu verzichten und Ansammlungen von mehr als zehn Menschen zu meiden. 

US-Börse: Erneut Panikreaktionen - Dow verliert 13 Prozent

Am Wochenende hatte die US-Notenbank Fed den Leitzins überraschend auf fast null Prozent reduziert und ein Maßnahmenpaket in Koordination mit anderen Notenbanken angekündigt. Diese zur Beruhigung der Märkte gedachte Maßnahme verfehlte jedoch komplett ihre Wirkung. Analyst Neil Wilson von Markets.com sprach von einem bemerkenswerten Schritt der Fed, betonte aber zugleich, dass die Weltwirtschaft mehr und mehr zum Stillstand komme. Da fehle es auch den Währungshütern an dem nötigen Gegenmittel.

Unter Verkaufsdruck standen vor allem Finanzwerte. Die Papiere der im Dow notierten Banken JPMorgan und Goldman Sachs sackten um bis zu 15 Prozent ab. Für Banken macht ein niedriges Zinsumfeld das Alltagsgeschäft zum Beispiel mit Krediten weniger attraktiv.

Schlusslicht im Dow waren die Anteilscheine von Boeing, die um fast 24 Prozent auf den tiefsten Stand seit September 2016 einbrachen. Seit Beginn des freien Falls vor drei Wochen hat sich der Wert der Papiere um nahezu zwei Drittel verringert. Das neuartige Coronavirus belastet besonders stark den weltweiten Flugverkehr und damit die weitere Nachfrage nach Boeing-Fliegern.

US-Börse/Corona-Krise: Aktien von Fluggesellschaften stark unter Druck

Entsprechend stark unter Druck waren auch die Aktien von Fluggesellschaften. Die Papiere von Delta Air Lines und United Airlines büßten bis zu 15 Prozent ein. Einen Teil der Verluste machten sie dabei sogar noch wett, nachdem US-Präsident Trump versichert hatte, die Airlines zu „100 Prozent“ unterstützen zu wollen.

Die Aktien von Apple kamen mit knapp minus 13 Prozent unter die Räder. Der iPhone-Hersteller hatte angekündigt, wegen der Coronavirus-Ausbreitung seine 460 hauseigenen Läden außerhalb Chinas für zwei Wochen zu schließen. Man wolle damit dazu beitragen, die Krankheit zu bremsen, sagte Firmenchef Tim Cook am Samstag. Außerdem wurde Apple von der französischen Wettbewerbsbehörde mit einer Strafe von gut 1,1 Milliarden Euro für aus ihrer Sicht illegale Vertriebsvereinbarungen belegt.

Gegen den Trend stiegen die Papiere von Clorox um 4 Prozent. Der Hersteller von Desinfektionslösungen profitiert wegen der Viruspandemie derzeit von einer hohen Nachfrage nach seinen Produkten.

Auch für die deutsche Wirtschaft hat die Ausbreitung des Virus massive Folgen. Autobauer schließen reihenweise ihre Werke. 

dpa/nai

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Rubriklistenbild: © dpa / Alex Brandon

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