Daimler schreibt operativen Gewinn

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Die endgültigen Zahlen für das dritte Quartal sollen am 27. Oktober veröffentlich werden.

Stuttgart - Daimler ist im dritten Quartal 2009 operativ wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Der Autobauer Daimler hat die Trendwende geschafft und schreibt wieder schwarze Zahlen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug vorläufigen Zahlen zufolge im dritten Quartal 470 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montag in Stuttgart mitteilte. Darin seien Anpassungen und Sondereinflüsse für den Umbau des Nutzfahrzeugsgeschäfts in den USA und Japan enthalten.

Zuvor hatte das Unternehmen drei Quartale hintereinander rote Zahlen geschrieben. Für die Rückkehr in die Gewinnzone sorgte vor allem Mercedes-Benz Cars. Mercedes-Benz fuhr demnach in den Monaten Juli bis September einen operativen Gewinn von 355 Millionen Euro ein. Die Bus-Sparte steuerte zu den positiven Zahlen des Konzerns einen Gewinn von 23 Millionen Euro bei. Das Ebit von Daimler Financial Services betrug 101 Millionen Euro.

Weiterhin in den roten Zahlen war das Nutzfahrzeuggeschäft mit einem Minus von 127 Millionen Euro. Trotzdem sieht der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller erste Anzeichen für eine Erholung der Konjunktur. Daimler-Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler sagte, die Auftragseingänge zögen wieder leicht an. “Unsere Marktanteile haben wir in allen relevanten Märkten ausgebaut.“ Zuwächse gab es in den USA, Mexiko, Kanada sowie in Westeuropa.

Der Umsatz des Autobauers betrug im dritten Quartal 19,3 Milliarden Euro. Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts habe in den ersten neun Monaten 2,3 Milliarden Euro betragen. Die Nettoliquitität habe sich damit zum 30. September auf rund 6,7 Milliarden Euro erhöht.

Die Aktie des Unternehmens schnellte am Spätnachmittag an der Börse in Frankfurt am Main nach oben und verteuerte sich um fast sechs Prozent auf 37,17 Euro. Die endgültigen Zahlen für das dritte Quartal sollen am 27. Oktober veröffentlicht werden.

Verschärfung des Sparkurses angekündigt

Der Autobauer hatte am Wochenende eine Verschärfung des Sparkurses angekündigt. Trotz der Sparmaßnahmen seien weiterhin keine Stellenstreichungen in Deutschland geplant. Eine Daimler-Sprecherin erklärte in Stuttgart, es sei kein Programm zum Abbau von Personal vorgesehen.

In Deutschland seien zurzeit 163.000 Mitarbeiter beschäftigt. Vorstandschef Dieter Zetsche hatte zuvor in der “Wirtschaftswoche“ erklärt: “Wir haben uns für dieses Jahr ein Sparvolumen von vier Milliarden Euro vorgenommen und werden dies deutlich überschreiten.“ Das bestehende Programm werde forciert.

Die Daimler-Sprecherin sagte weiter, zurzeit seien 27.400 Mitarbeiter in Kurzarbeit, davon 14.600 bei Mercedes im Pkw-Bereich. Im vierten Quartal werde die Anzahl der Kurzarbeiter leicht zunehmen, weil im Werk Rastatt die Arbeitszeit wieder reduziert werde.

In den letzten Monaten war die Nachfrage nach der A- und B-Klasse, die in Rastatt produziert wird, dank der inzwischen ausgelaufen Abwrackprämie gestiegen. Zetsche sagte der “Wirtschaftswoche“, die bereits erreichte Überschreitung des Sparvolumens liege im zweistelligen Prozentbereich.

“Wir sparen an allem, was nicht unseren Fahrzeugen zugute kommt. Investitionen etwa, die nicht direkt dem Produkt dienen, haben wir teilweise komplett gestrichen.“ Zetsche rechnet nach eigenen Worten mit einer Steigerung des Absatzes von rund einer Million auf 1,5 Millionen Fahrzeuge bis 2015. Letztlich gehe es aber um Umsatz und Gewinn.

AP

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