DGB kritisiert Zunahme von befristeten Jobs

Berlin - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die deutliche Zunahme befristeter Arbeitsverträge kritisiert. Diese führe dazu, dass jungen Menschen auf eine Familiengründung verzichten müssten.

Fast jede zweite Neueinstellung sei inzwischen davon betroffen, sagte der DGB- Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy der “Rheinpfalz am Sonntag“. Noch 2007 habe der Anteil der befristeten Arbeitsverträge bei 41 Prozent gelegen. Auch Akademiker seien von dieser Einstellungspolitik stark betroffen.

Die Unternehmen nutzten diese Form der Anstellung, um Beschäftigte beim Auslaufen der Arbeitsverträge wieder auf die Straße setzen zu können, kritisierte Adamy. Nach DGB-Erkenntnissen gibt es vor allem bei den Wach- und Sicherheitsdiensten sowie bei der Gebäudereinigung befristete Jobs. Auch im Handel und im Gastgewerbe seien derartige Arbeitsverhältnisse besonders verbreitet.

Nach Einschätzung von Adamy führen befristete Anstellungen ohne absehbare Beschäftigungssicherheit bei jungen Menschen dazu, dass sie auf eine Familiengründung verzichten müssten. Außerdem trage es nicht dazu bei, den Fachkräftemangel zu beseitigen. Wer Fachkräfte wolle, müsse ihnen auch Einkommenssicherheit bieten.

dpa

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