IAB-Chef für Ost-West-Staffelung bei Mindestlöhnen

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IAB-Chef Joachim Möller.

Nürnberg - Mindestlöhne für alle, aber unterschiedlich hohe Sätze in Ost- und Westdeutschland - für dieses Modell hat sich der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Joachim Möller, ausgesprochen.

Im Westen sollte die Lohnuntergrenze bei etwa 7,00 Euro liegen, im Osten dagegen bei 6,00 bis 6,50 Euro, sagte Möller am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Entsprechend hatte sich Möller bereits zuvor in einem Interview mit der “Berliner Zeitung“ geäußert.

“Erfahrungen aus Großbritannien zeigen, dass sich durch Mindestlöhne, wenn sie mit Augenmaß und behutsam angehoben werden, keine negative Beschäftigungseffekte einstellten, also niedrig entlohnte Arbeitsplätze verloren gehen“, sagte Möller. Anders in Frankreich; dort habe die Höhe der Mindestlöhne das für den Arbeitsmarkt verträgliche Niveau bereits überschritten.

Die unterschiedlichen Mindestlohn-Niveaus für Beschäftigte in Ost- und Westdeutschland begründete der IAB-Chef mit der unterschiedlichen Arbeitsproduktivität in beiden Teilen Deutschland. Die Produktivität im Osten habe auch zwei Jahrzehnte nach dem Ende der deutschen Teilung noch nicht die des Westens erreicht. “Wollte man einen für ganz Deutschland verbindlichen Mindestlohn, müsste man daher diesen an dem Ost-Niveau orientieren.“ Um dies zu vermeiden,schlage er für eine Übergangszeit zwei unterschiedliche gesetzliche Mindestlöhne vor. Mindestlöhne sind aus seiner Sicht aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit unverzichtbar.

Das IAB ist das Forschungszentrum der Bundesagentur für Arbeit (BA), arbeitet allerdings unabhängig von der Bundesbehörde.

dpa

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