IG Metall will in Umweltindustrie expandieren

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IG Metall-Vize Detlef Wetzel will dem eigenen Vorstand an den Kragen.

Frankfurt/Main - Die IG Metall will ihren Machtbereich in die Umweltindustrie ausweiten - und dafür eine stattliche Summe Geld ausgeben. Die soll durch einen Stellenabbau wieder eingespart werden. Wer davon betroffen ist:

Deutschlands mächtigste Gewerkschaft IG Metall nimmt die Umweltindustrie ins Visier. Mit einem jährlichen Budget von 15 bis 20 Millionen Euro sollen Branchen und Betriebe erschlossen werden, in denen die Gewerkschaft bislang nicht vertreten war, kündigte Gewerkschafts-Vize Detlef Wetzel in einem Interview mit der “Financial Times Deutschland“ (Montag) an. Das Geld soll in der Frankfurter Vorstandsverwaltung eingespart werden.

Die IG Metall ist nach eigener Einschätzung im Sektor der erneuerbaren Energien schwach mit Betriebsräten und Tarifverträgen vertreten. Die Branche wird auf etwa eine Million Beschäftigte geschätzt.

Zuletzt hatte die größte Einzelgewerkschaft des DGB den Mitgliederschwund bei knapp 2,3 Millionen Mitgliedern stoppen können. Sie ist traditionell in der Metall- und Elektroindustrie stark. Aber auch dort ist nur noch gut die Hälfte aller größeren Betriebe an Tarifverträge gebunden. Der Organisationsgrad der IG Metall ist nach ihren eigenen Angaben auf 26,8 Prozent gesunken.

Wetzel geht in dem Interview davon aus, dass die geplante Umorganisation mehrere Jahre dauert. Der Personalabbau in der Zentrale soll nach einer Vereinbarung mit dem gewerkschaftsinternen Betriebsrat ohne betriebsbedingte Kündigungen ablaufen. Bei der IG Metall arbeiten insgesamt 2500 Mitarbeiter, davon 550 in Frankfurt. Ein Sprecher der Gewerkschaft nannte die Initiative einen ersten Schritt. Zu zahlreichen anderen Fragen des Gewerkschaftsumbaus seien noch Arbeitsgruppen eingesetzt. Satzungsänderungen könnten ohnehin erst im Oktober 2011 beim Gewerkschaftstag in Karlsruhe beschlossen werden, sagte er. In der Diskussion ist unter anderem eine Verkleinerung des Vorstands von jetzt sieben auf drei Mitglieder.

dpa

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