Institut: Zögernde Investoren bremsen Wirtschaft

Berlin - Die Unternehmen halten sich zurück, wenn es um neue Investitionen geht. Deshalb gerät die wirtschaftliche Entwicklung ins Stocken und das Wachstum bleibt schwach

Dies schreibt das Kieler Institut für Weltwirtschaft in seiner Konjunkturprognose.

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland verliert an Dynamik. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) reduzierte am Donnerstag seine Wachstumserwartung für das laufende Jahr von 0,9 auf 0,8 Prozent und für das kommende Jahr von 1,7 auf 1,1 Prozent. Ursache für die abgeschwächte Prognose sei vor allem die abwartende Haltung der Unternehmen bei den Investitionen. Sie werde genährt durch die Unsicherheit über die ungelösten Schuldenkrisen sowie die unklare zukünftige Wirtschaftspolitik im EU-Währungsgebiet.

„Während der Wohnungsbau weiter deutlich aufwärts gerichtet ist, gingen die Unternehmensinvestitionen spürbar zurück“, schreiben die Kieler Wissenschaftler. Im dritten Quartal dürfte das Wachstum deshalb weitgehend stagnieren. Erst im kommenden Jahr könnten die Wachstumsimpulse wieder kräftiger werden, wenn die Unternehmen ihre Zurückhaltung überwinden und die Investitionen anziehen. Das setze allerdings vertrauensbildende Maßnahmen der europäischen Wirtschaftspolitik voraus. Vom Außenhandel würden eher dämpfende Effekte ausgehen, weil sich wichtige Handelspartner noch einige Zeit in schwerem Fahrwasser befinden werden.

Die Kieler Volkswirte rechnen damit, dass die Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr wieder leicht zunimmt. „Die langsamere Gangart der Konjunktur zeigt ihre Spuren auch am Arbeitsmarkt.“ Zwar nehme auch die Erwerbstätigkeit leicht zu, doch sei bis Ende des kommenden Jahres mit 70 000 zusätzlichen Arbeitslosen zu rechnen. Die Preise steigen nach der Prognose um 2,0 Prozent in diesem und 2,1 Prozent im nächsten Jahr.

dpa

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