IWF verspricht Maßnahmen zur Krisenabwehr

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Dominique Strauss-Kahn

Washington - Der IWF hat auf seiner Frühjahrstagung Maßnahmen zur Krisenabwehr versprochen und setzt dabei vor allem auf eine verbesserte Zusammenarbeit in der G-20.

Weltbankpräsident Robert Zoellick zeigte sich über einen starken Anstieg der Lebensmittelpreise alarmiert, der innerhalb eines Jahres 44 Millionen Menschen unter die Armutsgrenze gedrückt habe. Griechenland wehrte sich erneut gegen Gerüchte über eine Umschuldung seiner gewaltigen Staatsschulden.

In einer Abschlusserklärung zu den dreitägigen Beratungen in Washington hieß es am Samstag, alle 187 Mitgliedstaaten hätten die Notwendigkeit einer Politikreform und einer besseren Zusammenarbeit erkannt, um den Aufschwung nach der schwersten globalen Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg zu sichern. “Obwohl wir in einer besseren Lage als vor einem Jahr sind, gibt es beträchtliche Risiken“, sagte der Vorsitzende des IWF-Lenkungsausschusses, der singapurische Finanzminister Tharman Shanmugaratnam, auf der Abschlusspressekonferenz. “Es ist immer noch eine sehr anfällige Situation. Wir müssen extrem wachsam sein.“

Die USA hatten während der Frühjahrstagung darauf gedrängt, dass China seine Währung flexibilisiert. Der gegenwärtige amtliche Kurs gegenüber dem Dollar gilt als bis zu 40 Prozent unterbewertet und gilt als Grund für das Rekordhandelsdefizit der USA mit China. In der Abschlusserklärung wurde dieser von US-Finanzminister Paul Geithner vorgebrachte Punkt nicht erwähnt.

Strauss-Kahn: “Nichts hat sich geändert. Punkt.“

IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn stellte klar, dass es keine keine Pläne zur Umschuldung der Staatsschulden Griechenlands gebe. Griechenland habe ein Reformprogramm in die Wege geleitet, um seine Wirtschaft aus der Schuldenkrise zu führen und seine Gläubiger auszubezahlen, erklärte er.

Dieses Programm habe die Unterstützung der Euro-Staaten und des IWF. “Nichts hat sich daran geändert. Punkt“, sagte Strauss-Kahn. So lange sich die Regierung in Athen exakt an das Programm halte, gebe es keinen Grund für Spekulationen über eine Umschuldung.

Der griechische Finanzminister Giorgos Papaconstantinou trat nach einem Treffen mit Geithner ebenfalls erneut den sich hartnäckig haltenden Umschuldungsspekulationen entgegen. Griechenland sei entschlossen, den mit EU und IWF ausgemachten Rettungsplan umzusetzen. Geithner hatte auch mit Vertretern der EU und Portugals über die Krise im Euro-Raum gesprochen.

Zoellick bezeichnete rasant steigende Lebensmittelpreise als die größte Gefahr für die Armen der Welt. “Wir sind nur einen Schritt von einer voll ausgewachsenen Krise entfernt“, sagte er. Die Weltbank versuche, dies mit einer Vielzahl von Programmen abzuwenden.

dapd

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