Justiz ermittelt gegen Chef des Energieriesen EWE

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Gegen Werner Brinker (Archivbild), Vorstandsvorsitzenden des Energieversorgers EWE AG, ermittelt die Justiz.

Oldenburg - Die Oldenburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den EWE-Vorstandsvorsitzenden Werner Brinker und die Geschäftsführerin einer Agentur.

Es bestehe der Anfangsverdacht der Untreue zum Nachteil des Oldenburger Energieunternehmens, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Hintergrund seien jährliche Millionenzahlungen von EWE für ein Präventionsprogramm gegen Gewalt, das die Agentur an Schulen im Nordwesten umsetzen sollte. Die Geschäftsführerin der Agentur habe einen erheblichen Teil der Zahlungen für eigene Zwecke verwendet.

Der in die Kritik geratene EWE-Chef Brinker hatte am vergangenen Freitag erstmals den Aufsichtsrat über die Sponsoringaffäre und eine Korruptionsaffäre informiert. Danach habe der Aufsichtsratsvorsitzende Verfehlungen in den internen Abläufen festgestellt, begründete die Staatsanwaltschaft den Anfangsverdacht. Es solle ermittelt werden, ob diese Verfehlungen strafrechtlich relevant seien.

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Geklärt werden soll auch, ob und in wieweit die EWE-Verantwortlichen wussten, dass ein erheblicher Teil der Zahlungen an die Präventionsagentur persönlich der Geschäftsführerin zu Gute gekommen sei.

Die Staatsanwaltschaft hat bisher EWE-Unterlagen geprüft und kündigte weitere umfangreiche Untersuchungen an. Geklärt werden müsse auch, ob es bei der Abrechnung der Präventionsmaßnahmen durch die Agentur-Chefin zu betrugsrelevanten Täuschungen kam.

dpa

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