Kältemittel: Bund nimmt Daimler in Schutz

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Das Bedienfeld der Klimaanlage ist in einem Coupe der CLS-Klasse von Mercedes-Benz zu sehen.

Stuttgart - Im Kältemittel-Streit zwischen Daimler und Frankreichs Behörden hat die deutsche Bundesregierung die Position des Autobauers gegenüber der EU verteidigt.

In einem Schreiben an die EU-Kommission heißt es laut einem "Focus"-Bericht, Daimler sei kein Versuch einer unzulässigen Umgehung von Umweltvorschriften vorzuwerfen, da das von der EU gewählte Kältemittel R1234yf Sicherheitsprobleme verursache. Weil die Stuttgarter nach wie vor für die Klimaanlagen der Mercedes-Fahrzeuge das alte Mittel R134a verwenden, gilt in Frankreich ein Zulassungsstopp.

Die Bundesregierung weist dem Magazin zufolge in dem Schreiben vom 14. August darauf hin, dass eine entsprechende Richtlinie "ausdrücklich eine Übergangsfrist bis 2017 vorsieht", bis zu der das alte Kältemittel in Klimaanlagen verwendet werden darf. Die deutsche Regierung hatte bis Montag (19.8.) auf ein Auskunftsersuchen der EU-Kommission vom 10. Juni antworten müssen. Nun muss die Kommission in der Sache spätestens innerhalb von zehn Wochen entscheiden.

Der Bundesregierung droht ein Verfahren wegen Verletzung von EU-Recht, weil sie das klimaschädlichere R134a weiterhin zulässt. Daimler verwendet die Substanz auf Basis einer nachträglichen Genehmigung durch das Kraftfahrtbundesamt. Die neue Chemikalie R1234yf ist teurer, erfüllt aber im Moment als einzige die Klimaauflagen der EU. Daimler will das Gas aber nicht einsetzen, weil es bei Unfallsimulationen in Brand geriet.

dpa

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