Ausverkauf nicht geplant

Investorensuche für Neckermann gescheitert

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Ab kommender Woche werden wohl nur noch rund 100 Mitarbeiter den Konzern abwickeln.

Frankfurt/Main - Die Rettung des insolventen Versandhändlers Neckermann ist endgültig gescheitert. Der letzte mögliche Investor hat sich zurückgezogen.

Das teilte die Insolvenzverwaltung am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Damit wird das Unternehmen zum 30. September geschlossen, wie die vorläufige Insolvenzverwaltung am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Der potenzielle Investor habe wie zahlreiche andere Interessenten letztlich abgewunken. Der finanzielle Aufwand sei wegen des lange Jahre entstandenen Investitionsstaus im zweistelligen Millionenbereich zu groß gewesen.

Mit der Entscheidung verlieren zum 1. Oktober rund 2000 Beschäftigte des Traditionsunternehmens in Frankfurt und Sachsen-Anhalt ihre Jobs. Am Freitag haben die meisten ihren letzten Arbeitstag. Nur einige wenige werden für Abwicklungsarbeiten benötigt. Die übrigen Beschäftigten müssen sich neue Arbeit suchen. Die Arbeitsagentur hatte in Hessen die Daten bereits in der vergangenen Woche aufgenommen. Genaue Zahlen liegen nach Angaben einer Sprecherin der Regionaldirektion noch nicht vor.

Ausverkauf ist nicht geplant

Nach Einschätzung des Frankfurter Verdi-Sekretärs Wolfgang Thurnerwerden ab der kommenden Woche nur noch knapp über 100 Menschen bei Neckermann arbeiten, um das Unternehmen sauber abzuwickeln. Ein Ausverkauf sei nicht geplant, die restlichen Waren gingen an Großabnehmer. Die Insolvenzverwaltung sieht auch Möglichkeiten zur Verwertung einzelner Anlagen.

Die übrigen Beschäftigten müssen sich neue Arbeit suchen. Die Arbeitsagentur hatte die Daten bereits in der vergangenen Woche aufgenommen. Genaue Zahlen liegen nach Angaben einer Sprecherin der Regionaldirektion Hessen noch nicht vor.

Problematisch ist der Umstand, dass viele Neckermann-Beschäftigte aus dem nahen Frankfurter Umland kommen. Die Agenturen haben zwar rund 2500 sozialversicherungspflichtige Jobs in Logistik- und Verkehrsberufen in ihrer Datei und auch im Handel sind über 3000 Stellen unbesetzt. „Diese Zahlen sind aber hessenweit. Es kommt jetzt auch auf die Flexibilität der Leute an“, sagte die Sprecherin.

Große Logistikzentren mit Personalbedarf lägen beispielsweise in Ost- und Nordhessen. Bereits auf der ersten Jobbörse bei Neckermann hatten Amazon und weitere Logistiker wie die Deutsche Post um Fachkräfte geworben. Chancen könne auch der erhöhte Personalbedarf der Logistiker in der Vorweihnachtszeit eröffnen, sagte die Sprecherin weiter. Die Chancen auf eine Übernahme in einen unbefristeten Job seien immer gegeben.

dpa / AP

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