Milliarden-Fehlbuchung "sehr peinlicher Fehler"

Berlin - Die Buchungspanne von mehr als 55 Milliarden Euro bei der Bad Bank der verstaatlichten Hypo Real Estate ist nach Expertenansicht ein "sehr peinlicher Fehler". Der habe auch Einfluss auf internationale Beziehungen.

Die Buchungspanne von mehr als 55 Milliarden Euro bei der Bad Bank der verstaatlichten Hypo Real Estate ist nach Expertenansicht ein elementarer Fehler der Buchhaltung. “Das ist ein sehr peinlicher Fehler, der nicht hätte passieren dürfen, weil es klare Bilanzierungsregeln gibt“, sagte der Wirtschaftswissenschaftler Jörg Rocholl am Montag im ZDF-“Morgenmagazin“ in Berlin. “Im Wesentlichen hat man dort Brutto mit Netto verwechselt“. Er sehe die Verantwortung vor allem bei denjenigen, die diese Bilanz aufgestellt haben. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) müsse sich auf das verlassen, was ihm von den Wirtschaftsprüfern und Bilanzieren an Zahlen vorgelegt werde.

Die Buchungspanne hat nach Ansicht des Fachmanns angesichts der Schuldenkrise in der EU auch Einfluss auf das internationale Vertrauen in Deutschland. “Es kommt natürlich zum ungünstigsten Zeitpunkt“, sagte Rocholl. Derzeit sei das Misstrauen in Statistiken sehr groß.

Erst kürzlich war der Bilanzfehler bei der HRE-Bad-Bank, die FMS Wertmanagement heißt, aufgefallen und wurde Anfang Oktober dem Finanzministerium gemeldet. Vorstände der HRE und der FMS Wertmanagement müssen am Mittwoch zum Rapport beim Bundesfinanzminister erscheinen, wie das Ministerium am Sonntag mitgeteilt hatte. Die Opposition dringt auf lückenlose Aufklärung.

Die Berichtigung der Buchungspanne führt dazu, dass die deutschen Staatsschulden mit einem Schlag um 2,6 Prozentpunkte auf 81,1 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung gefallen sind.

dpa

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