Putin verspricht Weißrussland Milliarden-Hilfe

Zur Abwendung einer Staatsbankrotts erhält das autoritäre Weißrussland von Russland und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken drei Milliarden US-Dollar (2 Mrd Euro).

Das Geld werde in Raten über die nächsten drei Jahre ausgezahlt, ließ der russische Regierungschef Wladimir Putin am Samstag mitteilen. Die Entscheidung für den von Weißrussland dringend benötigten Kredit hätten die Finanzminister mehrerer Ex-Sowjetrepubliken getroffen. Das Geld kommt von einer gemeinsamen Bank dieser Staaten. An die Vergabe des Kredits sind Bedingungen geknüpft. Dabei ist Weißrussland vor allem zu einer Privatisierung seiner Staatsbetriebe aufgefordert. Das seit mehr als 16 Jahren von Präsident Alexander Lukaschenko mit harter Hand geführte Land hatte sich in den vergangenen Tagen auch an den Internationalen Währungsfonds (IWF) mit der Bitte um Hilfe gewandt. Die Regierung in Minsk gab den Finanzbedarf mit zwischen 3,5 und 8 Milliarden Dollar an.

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Die Bank der früheren Sowjetrepubliken werde in diesem Jahr 1,2 Milliarden, im nächsten Jahr 800 Millionen und 2013 dann noch 1 Milliarde US-Dollar auszahlen, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow nach Angaben der Agentur Interfax. Der Kredit müsse innerhalb der nächsten zehn Jahre mit fließenden Zinsen abgestottert werden, sagte Moskaus Finanzminister Alexej Kudrin nach einer Sitzung des Bankenrats in Kiew. Weißrussland sei aufgefordert, durch den Verkauf von Staatseigentum 7,5 Milliarden US-Dollar einzunehmen.

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Weißrussland steckt in seiner schwersten Finanzkrise seit dem Zerfall der Sowjetunion vor 20 Jahren. Das nach Meinung von Regierungsgegnern von Lukaschenko wie eine Diktatur geführte Land hatte zuletzt den Weißrussischen Rubel um mehr als die Hälfte gegenüber konvertierbaren Währungen abgewertet. Dadurch hatte sich auch der Wert der Einkommen halbiert.

In Geschäften war es zu Panikkäufen gekommen. Experten schätzen die Inflation für dieses Jahr auf mehr als 40 Prozent. Die USA und die EU haben die Ex-Sowjetrepublik mit Sanktionen belegt, weil Lukaschenko Andersdenkende in seinem Land massiv unterdrückt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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