Allianz mit Signalwirkung

Samsung kauft sich bei Sharp ein

Tokio - Es ist eine Allianz mit Signalwirkung: Samsung steigt beim schwächelnden Rivalen Sharp ein. Bleibt es bei dem kleinen Anteil? Oder werden die Südkoreaner die Schwäche der japanischen Rivalen nutzen?

Samsung greift dem notleidenden japanischen Rivalen Sharp unter die Arme. Der südkoreanische Elektronik-Riese übernimmt gut drei Prozent an Sharp und zahlt dafür 10,4 Milliarden Yen (rund 85 Mio Euro). Der um seine Zukunft kämpfende japanische Konzern bekommt damit einen starken neuen Partner. Der Deal soll noch in diesem Monat über die Bühne gehen.

Samsung ist der weltgrößte Hersteller von Speicherchips, Handys und Fernsehern. Die Investition soll Samsungs Versorgung mit LCD-Panels sichern, wie der südkoreanische Konzern betonte. Samsung werde nicht in Sharps Management einbezogen sein. Man hoffe, dass die Investition auch die „Profitabilität des japanischen Kerngeschäfts mit Flüssigkristall-Bildschirmen (LCDs)“ verbessern werde, hieß es. Sharp hat neue Displays entwickelt, deren IGZO-Technik (Indium Gallium Zinc Oxide) bessere Bildqualität bei niedrigem Stromverbrauch und dünnen Panels bieten soll.

Sharp, das Samsung bereits mit Panels beliefert, rechnet für das Ende März auslaufende Geschäftsjahr mit dem zweiten Rekordverlust in Folge. Diesmal soll das Minus 450 Milliarden Yen (3,7 Mrd Euro) erreichen. Im Herbst musste Sharp warnen, dass die desolate Finanzlage den Fortbestand des Unternehmens gefährde. Seitdem hat sich die Situation vor allem mit dem schwächeren Kurs des Yen etwas gebessert. Den japanischen Fernseher-Herstellern wie Sharp hatten Samsung und der ebenfalls südkoreanische Konkurrent LG in den vergangenen Jahren zunehmend Marktanteile abgenommen. Samsung hatte Ende Januar einen bereits Anteil von fünf Prozent an dem japanischen Hersteller von Grafiktabletts, Wacom, erworben.

Die Sharp-Aktie stieg nach ersten Berichten über den Deal um gut 14 Prozent auf 341 Yen. Samsung steigt zu 290 Yen pro Aktie ein. Sharp wollte sich ursprünglich vor einem Jahr mit dem Auftragsfertiger Foxconn verbünden, der unter anderem als Hersteller von Apple-Geräten bekannt ist. Doch der Deal steckt wegen des Kurseinbruchs der Sharp-Aktie fest. Foxconn wollte einen Anteil von 9,9 Prozent zu 550 Yen pro Aktie übernehmen. Nachverhandlungen brachten bisher kein Ergebnis. Sharp holte sich unterdessen bereits auch den Chipspezialisten Qualcomm ins Boot. Laut Medienberichten liefen auch Gespräche mit dem Chip-Primus Intel und dem PC-Hersteller Dell.

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