Vertrauen in wirtschaftliche Zukunft kippt

Berlin - Die Deutschen haben zwar noch immer Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft, aber die Stimmung kippt. Das ergab eine Studie. Was die Bürger am meisten verunsichert:

Die Deutschen blicken im dritten Quartal zuversichtlicher auf die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung und ihre persönliche Situation als noch vor einem Jahr. Allerdings kippt die gute Stimmung angesichts von Finanzkrise und Konjunktursorgen. Zu diesem Ergebnis kommt die am Mittwoch vorgestellte repräsentative Zuversichtsstudie der Allianz und der Universität Hohenheim.

Demnach vertrauen im Schnitt 43 Prozent der Menschen auf eine gute Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftslage in den kommenden zwölf Monaten. Das ist ein Plus von fünf Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings beurteilten noch im Juli 56 Prozent der Befragten die Entwicklung mit “Zuversicht“ oder “großer Zuversicht“. Im September sind es nur noch 35 Prozent. “Es verunsichern die Diskussionen um die Zukunft des Euros. So schlecht wie 2009 ist die Stimmung aber derzeit bei weitem nicht“, sagte Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise.

Im privaten Bereich schauen im ablaufenden Vierteljahr 64 Prozent der Befragten und damit vier Prozentpunkte mehr mit Zuversicht in die Zukunft. Besonders stark stieg demnach auf Jahressicht mit sieben Prozentpunkten das Vertrauen in die Sicherheit des Arbeitsplatzes auf 62 Prozent. Als einziger Punkt aus dem Privatleben sank dagegen das Vertrauen in die finanzielle Versorgung bei Krankheit und Pflege um zwei Punkte auf 45 Prozent.

“Die Euro-Krise schlägt sich zwar deutlich in der Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage nieder, die persönliche Zuversicht bleibt davon bundesweit bislang jedoch unberührt“, sagte Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim, der die Studie wissenschaftlich begleitet. “Offensichtlich haben viele Menschen die Hoffnung, dass die weltweiten wirtschaftlichen Turbulenzen ihr persönliches Umfeld nicht erreichen.“

Die optimistischsten Großstädter leben den Daten zufolge in Köln, wo 43 Prozent der Befragten der Gesamtsituation in den nächsten zwölf Monaten zuversichtlich entgegensehen. Am skeptischsten zeigen sich dagegen die Menschen in Dresden.

dapd

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