Wirtschaftskriminalität verursacht Milliarden-Schäden

Berlin - Wirtschaftsdelikte richten in Deutschland immer größere Schäden an. In jedem dritten Fall benutzen Kriminelle das Internet als Tatwerkzeug. Oft scheuen die Opfer eine Anzeige, die Dunkelziffer ist hoch.

Obwohl sich die Fallzahlen im vergangenen Jahr kaum geändert hätten, sei der Gesamtschaden um rund 36 Prozent auf rund 4,6 Milliarden Euro gestiegen, sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziecke, am Mittwoch in Berlin. Im Jahr 2009 hatte die Schadenssumme noch bei rund 3,4 Milliarden Euro gelegen. Ziercke geht von einem hohen Dunkelfeld aus, da die Opfer oft eine Anzeige scheuten.

In jedem dritten Fall von Wirtschaftskriminalität missbrauchten die Täter das Internet als Tatmittel. Dies sei eine “logische Konsequenz“ aus dem Konsumverhalten der Bürger, die das Netz immer häufiger für Einkäufe nutzten. Dem passten sich die Kriminellen an, sagte Ziercke. Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr rund 102 800 Wirtschaftsdelikte, das waren 1,5 Prozent mehr als im Jahr 2009. Zur Wirtschaftskriminalität zählen unter anderem Betrügereien rund um die Börsen und die Kapitalmärkte.

dpa

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