Aus für Verbrenner

Zerstörung der Autoindustrie: FDP-Politiker wirft Regierung vor, Deutschland zu entmachten

Der Verbrenner hat in Deutschland keine Zukunft mehr. Nicht alle befürworten das. Der FDP-Landesvorsitzende wirft der Regierung sogar die Zerstörung der Autoindustrie vor.

Stuttgart - Der Klimawandel zwingt die globale Wirtschaft zum Umdenken. Zahlreiche Branchen müssen den Ausstoß von Treibhausgas reduzieren, um die globale Erwärmung aufzuhalten. Besonders davon betroffen ist die Automobilindustrie. Inzwischen befinden sich Fahrzeughersteller wie die Daimler AG* deshalb mitten im Strukturwandel hin zur Elektromobilität. Beim Kampf ums E-Auto erklärte Daimler Konkurrent Tesla zuletzt den Krieg (BW24* berichtete). Der Konzern aus Stuttgart* will künftig die Entwicklung und Herstellung von Batteriezellen stärker vorantreiben.

Doch der Umstieg auf E-Autos sorgt nicht überall für Begeisterung. Die EU plant sogar, den Verbrenner zu verbieten - ein Albtraum für Daimler.* Branchenintern wird deshalb das „Ende des Autobaus in Deutschland“ befürchtet. FDP-Landeschef Michael Theurer stimmt dieser Einschätzung zu. „Die CDU-geführte Bundesregierung zerstört die deutsche Automobilindustrie. Die CDU-geführte EU-Kommission macht mit“, so Michael Theurer, der auch Vizechef der FDP-Bundestagsfraktion ist, zur Deutschen Presse-Agentur (dpa).

FDP-Landeschef: Diskriminierung von Verbrennern und einseitige Fixierung auf Elektromobilität

Den baden-württembergischen FDP-Landesvorsitzenden Michael Theurer stört besonders die Fixierung auf Elektro-Autos. „Aus Angst vor den Grünen geht man den Weg der ideologischen Fixierung auf Batterieautos mit“, so Michael Theurer zur dpa. Im Gegenzug werde der Verbrennungsmotor diskriminiert - eine Antriebsart, die aus Sicht von Michael Theurer Deutschland seine Macht verliehen habe. Anfang Juli wurden beispielsweise in Stuttgart Fahrverbote gegen Diesel verhängt.*

FDP-Landeschef Michael Theurer stört sich an der Diskriminierung des Verbrenners. Die Fixierung auf E-Autos hält er für gefährlich, weil dadurch die Wirtschaftsmacht Deutschlands verloren gehe (Symbolbild).

Anstatt die Fahrzeughersteller so zur Transformation hin zur Elektromobilität zu zwingen, wünscht sich Michael Theurer (FDP) faire Rahmenbedingungen von der Politik. Den Rest würden die Autobauer selbst regeln. „Die verkaufen die Autos, die man verkaufen kann“, sagte Michael Theurer zur dpa über die Autoindustrie. „Dem Klima ist es egal, wo das CO2 herkommt. Dem Klima ist es auch egal, ob mit klimaneutralen Kraftstoffen im Verbrenner weniger CO2 ausgestoßen wird oder auf anderem Wege“ Für die Arbeitsplätze und den Wohlstand in Deutschland sei das aber nicht egal. „Deshalb muss die Diskriminierung des Verbrenners endlich aufhören“, so Michael Theurer.

FDP-Landeschef sieht die Macht der Bundesrepublik durch Diskriminierung des Verbrenners gefährdet

Der FDP-Landeschef Michael Theurer sieht bei der Elektromobilität vor allem Schwächen beim Strombedarf und dem derzeitigen Erzeugungsmix in der EU. Weil auch ein E-Auto nicht nur erneuerbare Energien tankt, sei der CO2-Fußabdruck eines batteriebetriebenen Elektro-Autos nicht besser als der eines Erdgasautos. Er sieht außerdem die Frage ungeklärt, wie Deutschland den Strombedarf decken wolle, wenn 40 Millionen Verbrenner durch E-Autos ersetzt würden. Michael Theurer bringt deshalb einen Kraftstoff ins Spiel, den auch die Porsche AG* erforscht. Beim Antrieb von Porsche geht es weder um Wasserstoff noch E-Auto*, sondern um E-Fuels. „Wer schnelle Fortschritte beim Klimaschutz will, muss klimaneutrale synthetische Kraftstoffe global skalieren“, so Michael Theuer über E-Fuels.

Aus der Sicht des FDP-Landesvorsitzenden hängt an der Abschaffung des Verbrenners viel mehr als die Bekämpfung des Klimawandels. Michael Theurer glaubt, dass die Bundesregierung mit ihrer Wirtschaftspolitik die eigene Machstellung gefährdet. „Wir sind keine Militärmacht. Und es interessiert außerhalb von Deutschland niemanden, ob wir moralisch die besseren Klimaschützer sind“, sagte Michael Theurer gegenüber der dpa. „Unsere Macht ist die Wirtschaftsmacht. Die müssen wir schützen, wenn wir in der Welt überhaupt noch irgendetwas bewegen können wollen. Sonst sind wir machtlos.“ (*BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks)

Rubriklistenbild: © picture alliance/Andreas Arnold/dpa

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